Die weltweite Entwicklung auf dem Energiesektor mahnt zu einem sinnvollen Energiemix um die Abhängigkeit vom Öl und Gas zu mindern. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, sich über geeignete Maßnahmen zum Energie sparen sowohl beim Hausbau wie bei der Altbausanierung Gedanken zu machen.
Beim Hausbau sollte deshalb von Anfang an ein Energiekonzept auf einen Mix aus konventioneller Heizung mit Solaranlagen, Holzpelletheizung oder Erdwärme ausrichten. Doch auch Besitzer von älteren Gebäuden können die Heizkosten unter Kontrolle halten. Zwei Drittel aller bestehenden Häuser sind nach den heutigen Erkenntnissen wahre Energieschleudern. Jedes Haus, ob Neubau oder Altbau ist ein in sich geschlossenes bauphysikalisches System und bedarf deshalb der besonderen Energieplanung. Sprechen Sie mit Ihrem Heizungsfachmann über einen optimalen Energiemix!
Ein 100 Quadratmeter großes ungedämmtes Einfamilienhaus (Baujahr 1960) verbraucht im Durchschnitt pro Jahr etwa 3700 Liter Heizöl. Wie viel verbraucht ein nach dem aktuellen Stand der Technik errichtetes Niedrigenergiehaus?
Richtige Antwort: Bis zu 700 Liter
In Deutschland wird nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur etwa ein Drittel des jährlichen Energieverbrauchs zur Beheizung von Gebäuden verwendet. Wärmedämmende Maßnahmen bieten dabei ein großes Energieeinsparpotenzial. Der Katalyse Umweltdatenbank zufolge verbraucht ein nach der Wärmeschutzverordnung 1982/84 gebautes Haus rund 1500 Liter Heizöl, ein nach der Wärmeschutzverordnung 1995 gebautes Haus etwa 1000 Liter und ein nach dem aktuellen Stand der Technik errichtetes
Niedrigenergiehaus nur etwa 500-700 Liter.
Wer dort wahllos eingreift, kann dieses System ungewollt zum Schlechteren verändern. Wird beispielsweise das Haus von außen gedämmt, geht zwar keine Wärme mehr verloren. Es kann aber auch keine äußere Wärmestrahlung mehr genutzt werden. Mit dicken Dämmschichten wird das Haus systematisch abgeschottet, nicht nur gegen Kälte, sondern auch gegen die kostenlose Sonnenenergie. In solchen Fällen kann es sich lohnen, auch über wärmespeichernde Materialien nachzudenken. Diese können in der Energiebilanz unter Umständen wesentlich mehr Energie sparen also so manche unsachgemäß angebrachte Dämmschicht. Deshalb lohnt sich eine Beratung über sinnvolle Maßnahmen zur Wärmedämmung vom Fachmann (Architekt, Holzbauunternehmen) immer!
Um die Heizkosten nachhaltig zu senken, lohnt sich der nachträgliche Einbau einer Solaranlage. Sechs Quadratmeter Fläche reichen aus, um den Warmwasserbedarf eines Vier-Personen-Haushaltes im Jahresdurchschnitt zu 60 Prozent zu decken. Größeren Kollektorflächen können zudem die Heizung unterstützen. Nutzen Sie die Kraft der Sonnenwärme!
Energie einsparende Renovierungen werden übrigens durch zahlreiche Förderprogramme unterstützt: Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert den Einbau von Solaranlagen sowie Wärmedämmmaßnahmen durch zinsgünstige Kredite. Und vom Bundesumweltministerium gibt es Zuschüssee von bis zu 108 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche.