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Brandschutz im Holzhausbau

Das Baurecht kennt verschiedene Brandschutzklassen, die sich auf die Dauer beziehen, die ein Haus einem Feuer widerstehen muss. Diese Klassen gelten ausnahmslos für alle Bauweisen, so auch für die Holzbauweise, egal ob Holzhaus oder Fertighaus, also für den gesamten Holzhausbau. Daher ist ein Holzbauwerk ebenso widerstandsfähig wie ein konventionelles Gebäude. Für die Brandschutzbewertung eines Gebäudes ist vielmehr die Standfestigkeit und das Brandverhalten der Gesamtkonstruktion und ihrer Einzelteile von Bedeutung. Sie wird geregelt durch die DIN 4102 Brandschutz im Hochbau.

 

Heutige Holzsystembauweisen erfüllen problemlos die Anforderungen zur Einordnung in die vorgeschriebene Feuerwiderstandsklasse F 30 B, das bedeutet 30 Minuten Funktionstauglichkeit des Bauteils. Bei Einfamilienhäusern in Holzbauweise ist daher F 30 B völlig ausreichend. Der Holzhausbau erfüllt damit alle brandschutzrechtlichen Voraussetzungen.

 

Im übrigen hängt das Brandenstehungsrisiko nicht vom Baumaterial eines Hauses ab. Vielmehr spielt das Verhalten der Bewohner, der Zustand der Elektroinstallationen, die Zusammensetzung der Innenausstattung und ähnliche Faktoren eine Rolle.

 

Holzhäuser sind genauso sicher wie Mauerwerksbauten. Das belegen unter anderem die Statistiken der Versicherungen. Heutzutage brauchen Sie für ein Holzhaus keine höheren Prämien mehr zu zahlen.

 

 


Holzhäuser trotzen dem Feuer länger als Massivhäuser

Holz brennt zwar, aber nur sehr langsam und berechenbar. Daher fühlt sich die Feuerwehr in einem Holzhaus wohler als in anderen Gebäuden. Prof. Dr. Stefan Winter, Ingenieur und Holzbauexperte, dazu: "Ich baue mit Holz, weil es sicher ist. Es entflammt viel schwerer als die meisten anderen Materialien in unseren Wohnungen und Häusern". Holz besteht aus einer Vielzahl von Zellen, deren Wände aus Cellulose, Lignin und Polyosen aufgebaut sind. Es enthält außerdem Wasser, diverse Spurenelemente und hat nur eine geringe Wärmeleitfähigkeit. Wenn es Feuer fängt, tritt Wasserdampf aus. Es bildet sich eine Kohleschicht auf der Holzoberfläche, die isolierend wirkt. Indem das Holz an seiner Außenseite verkohlt, wird eine weitere Sauerstoffzufuhr ins Holzinnere verhindert und das Feuer erlischt – sofern nicht ständig weiter Energie zugeführt wird. Damit schützt sich das Holz selbst vor der völligen Zerstörung.

 

Holzbaukonstruktion hat Vorteile bei hohen Temperaturen

 

Durch diese physikalischen Eigenschaften behält eine Gebäudetragkonstruktion aus Holz auch unter hohen Temperaturen lange Zeit seine Festigkeit. Ein Holzbalken hält dem Feuer länger stand als zum Beispiel ein ungeschützter Stahlträger. Auch Holzfenster schützen im Brandfall besser als Fenster aus Kunststoff. Das haben Untersuchungen und Brandversuche ergeben. Während Thermoplaste bereits bei 110 bis 130 Grad Celsius zerfließen, kann Holz Temperaturen von über 200 Grad standhalten. Das bedeutet: Ein Kunststoffrahmen verformt sich viel schneller als ein Holzrahmen. Dadurch bersten auch die Scheiben früher und Sauerstoff kann eindringen.

 

Stichworte: Brandschutz, Holzhaus, Holzhäuser, Holzbauweise, Holzhausbau, Brandschutzklassen, Feuerwiderstandsklasse, F 30 B, Bauteil, Brandverhalten, brandschutzrechtliche Voraussetzungen.

 


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