Von Geschosswohnungsbau spricht man dann, wenn in einem Wohngebäude mehrere voneinander abgeschlossene Wohnungen auf mehreren Geschossen bestehen. Als Gegensatz zum Geschosswohnungsbau gilt das freistehende Einfamilienhaus. Die Großtafelbauweise ermöglicht auch Konstruktionen über mehrere Geschosse. Der moderne Holzfertigbau im Ingenieur-Holzbau ist im Elementbau eine große Alternative zu anderen Baumaterialien wie Stahl und Beton geworden.
Der technische Fortschritt mit der Entwicklung von modernen feuerhemmenden Holzkonstruktionen und die vielen positiven Erfahrungen mit Holzgebäuden haben beim Gesetzgeber zu einer Neubewertung von Holz geführt: Die Musterbauordnung in Deutschland lässt bis zu fünfgeschossige Gebäude in Holzbauweise zu.
In der Schweiz sind seit 2005 sogar Holz bauten bis zu sechs Geschossen und Fassadenbekleidungen aus Holz bis zu acht Geschossen erlaubt. Das Tragwerk von Gebäuden ab drei Geschossen muss einen Feuerwiderstand von mindestens 60 Minuten gewährleisten.
Die Wandtafeln werden in der Regel nach der Groß- und Kleintafelbauweise, jedoch nur geschoßhoch errichtet. Auf diese komplett umlaufenden Wandplatten werden Deckenbalken aufgelegt und miteinander befestigt. Eine Sparschalung wird von unten angenagelt, die Decke gedämmt und dann beplankt. Dann beginnt der Aufbau des nächsten Geschosses. Möglich sind auch komplett vorgefertigte Deckenkassettenplatten, welche mit dem Kran auf die Wände gesetzt und befestigt werden.
Ein Vorarlberger Unternehmer will ein Hochhaus nach dem Lego-System aus Holz bauen.Beim erstmals abgehaltenen World Resources Forum in Davos wurde ein 20-stöckiges Hochhaus komplett aus Holz vorgestellt. Entwickelt wurde es in Vorarlberg. Der Bauunternehmer Hubert Rhomberg, dessen Firma mit der Umsetzung des Kunsthauses Bregenz betraut war, will das erste Hochhaus aus nachwachsenden Rohstoffen errichten. Das hat einerseits ökonomischen Nutzen, schließlich soll das Ganze in einem Systembau massentauglich werden.
Von der Planung über die Nutzung bis zum Recycling werden die Vorgänge auf ihre Nachhaltigkeit überprüft, damit im Lebenszyklus des Hochhauses möglichst wenig Energie aufgewendet werden muss.
Ein deutlicher geringerer CO2-Ausstoß macht die Geschichte zudem interessant.
Beachtenswert scheinen die ökologischen Dimensionen: Das 20-stöckige Hochhaus würde statt 90.000 nur 50.000 Tonnen CO2 emittieren. Das könnte für Investoren interessant sein, die die verbleibenden CO2-Zertifikate binden könnten.
Die Bauweise eines Holzhochauses ist einfach. Jeden Tag wächst der "Tower" um ein Stockwerk. Die Module sind ähnlich wie bei Lego-Bausteinen aufeinander schachtelbar. Es entsteht praktisch kein Abfall beim Bau des Hochhauses wie bei anderen Baustellen, wo schon mal 20-30 Prozent Abfall entsteht.Das beschleunigt nicht nur die Arbeit am Bau, sondern trägt zu höherer Ressourceneffizienz und schließlich zu einem kleineren ökologischen Fußbadruck bei. Rhomberg plant übrigens in 2010 ein Holzhochhaus in Österreich.
Ein Problem bei der Holzbauweise etwa im urbanen Raum könnte höhere Brandgefahr sein. Rhomberg entkräftet das Argument damit, dass Holz bei Brand bloß 20 Millimeter pro Stunde an Stärke verliere und die Holzsäule auch bei Vollbrand immer zu 100 Prozent trage.
Es ist eher ein psychologisches und zum Teil logistisches Problem: Laut Bauordnung zum Hausbau darf kein tragender Bauteil brennbar sein; es sei denn, man kann nachweisen, dass er mit einem nicht brennbaren Bauteil gleichwertig ist. Hier seien Gespräche mit Brandschutzbeauftragten im Gange, so Rhomberg.
Das Hochhaus könne zwar Passivhausstandard erreichen, so Rhomberg, aber auch hier werde ein neuer Ansatz überlegt: Schließlich sei der Energieaufwand bei der Produktion von Passivhäusern deutlich höher.
Die Installation bei der Vakuumwärmedämmung beim Passivhaus verbraucht sehr viel Energie. Und unter Umständen zeigt sich in dem Lebenszyklus eines Hauses, dass ein Plusenergiehaus insgesamt mehr Ressourcen einspart als ein Passivhaus.
Iin Kirkenes, im äußersten Nordosten von Norwegen, soll ein Gebäude entstehen, dessen Architektur weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlen dürfte: das Barentshaus, mit 17 Stockwerken als höchste Holzkonstruktion der Welt geplant und mit nichts weiter als dem Anspruch versehen, „ein Leuchtturm für die Entwicklung der gesamten Region“ zu werden. So jedenfalls formuliert Rune Rafaelsen die hehre Idee hinter dem bisher nur auf dem Papier existierenden Hochhaus aus Holz. Er ist der Generalsekretär des Norwegischen Barentssekretariats, das in Kirkenes seinen Sitz hat und den Anstoß zu dem Projekt gegeben hat.
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