![]() Konstruktionsvollholz |
Über der Norm. "Herzgetrennter" oder "herzfreier" Einschnitt, Trocknung auf 15 +/- 3 % Holzfeuchte, Festigkeitssortierung nach teils über der DIN liegenden Anforderungen, ggf. Keilzinkenverbindung für größere Längen, gehobelte oder egalisierte Oberfläche, gefaste, d.h. abgeschrägte Kanten - mit diesen Merkmalen wurde Konstruktionsvollholz zum neuen Qualitätsstandard im Holzhausbau.
Verwendet wird es sichtbar (Si) für Stützen, Balken, Sparren oder nicht sichtbar (NSi) für Rahmenhölzer im Rahmenbau/Tafelbau. Die Vorzüge: Maßhaltigkeit, Formstabilität, minimierte Rissbildung, möglicher Verzicht auf chemischen Holzschutz (wie bei allen hier vorgestellten Produkten). Konstruktionsvollholz mit dem Zeichen KVH® stammt von Mitgliedern der Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsvollholz und wird fremdüberwacht.
Mit dem Lamelleneffekt. Für Duobalken werden zwei auf maximal 15 % Holzfeuchte getrocknete, festigkeitssortierte, keilgezinkte Bohlen oder Kanthölzer flachseitig miteinander hochfest verklebt, für Triobalken drei. Danach folgen Hobeln, Kantenfasen und Längenzuschnitt.
Der Einsatzbereich ähnelt dem von Konstruktionsvollholz, meist jedoch in sichtbarer Anwendung, und beschränkt sich auf Räume mit Innenraumklima oder Außenklima unter Dach. Die Eigenschaften: weiter erhöhte Formstabilität und minimierte Rissbildung.
Aus vier Vierteln. Vier Viertelhölzer werden aus Rundhölzern erzeugt, getrocknet auf unter 15 %, profiliert, festigkeitssortiert, mit der Innenseite nach außen gewendet und unter Pressdruck verklebt: so entsteht ein Kreuzbalken-Rohling. Zweite Festigkeitssortierung und ggf. Keilzinkung, allseitiges Hobeln und Kantenfasen vollenden das Produkt mit der typischen Innenröhre.
Eingesetzt werden Kreuzbalken in allen konstruktiven Bereichen, vor allem im Holzhausbau. Ruhige, saubere Optik, Formstabilität und weitestgehende Rissreduzierung sind die Merkmale. In der Röhre lassen sich Leitungen führen. Sie wirkt außerdem in gewissem Maß gewichtsreduzierend.
![]() Brettschichtholz (BS-Holz) |
Das bekannteste unter den modernen Vollholz-Produkten besteht aus Brettlamellen. Sie werden auf ca. 12 % getrocknet, festigkeitssortiert, keilgezinkt, gehobelt und unter Druck flächig verklebt. Anschließend wird das BS-Holz allseitig gehobelt und gefast. Große Querschnitte, große Spannweite, gerade, gebogene und gedrehte Formen sind möglich.
Brettschichtholz ist der Werkstoff für Ingenieurkonstruktionen: weitgespannte Dächer, Hallen, Brücken und Türme. Im Wohnhausbau wird es z. B. für sichtbare Unterzüge und Dachpfetten eingesetzt, überall dort, wo hohe Tragkraft, Formstabilität und weitestgehende Rissfreiheit gefragt sind.
Balken aus Streifen. Schmale Furnierstreifen aus Nadelhölzern werden beleimt und parallel zur Balkenlängsachse miteinander verpresst, danach werden Teilquerschnitte herausgeschnitten.
Der entstehende dimensions- und formstabile konstruktive Holzwerkstoff in Balkenform wird im Hausbau ähnlich wie Brettschichtholz eingesetzt, z. B. für Träger und Dachpfetten
![]() Doppel-T-Träger |
Effektives Zweikomponentensystem. Die Gurte (= Querstriche des Doppel-T) bestehen aus Furnierschichtholz (FSH) mit faserparallel verklebten Furnieren. Der Steg aus Oriented Strand Board (OSB) wird in die Nuten der Gurte eingelassen und verklebt.
Als effizienter Verbund von zwei Holzwerkstoffen werden Doppel-T-Träger meist unsichtbar in Wand-, Decken- und Dachkonstruktionen verwendet. Die Eigenschaften: hohe Tragfähigkeit bei geringem Gewicht, Formstabilität, besonders viel Platz für die Wärmedämmung.
OSB wird aus speziellen Langspänen (Strands) hergestellt. Sie werden beleimt, in den Deckschichten parallel zur Plattenlängsrichtung und in der Mittelschicht quer dazu orientiert. Das Vorprodukt wird unter Pressdruck und Hitze ausgehärtet, auf Format geschnitten und klimatisiert. Die Oberfläche kann geschliffen werden.
OSB = Oriented Strand Board, die Platte mit den wechselorientierten Streifenspänen, dient als Wand- und Deckenbeplankung im Holzrahmenbau/Holztafelbau, als Dachschalung und, mit Nut und Feder versehen, als Unterboden. Als Beplankung an der Innenseite von Außenbauteilen im Holzhausbau wirkt OSB dampfbremsend, die Dampfbremsfolie kann entfallen. Neben dem konstruktiven/bauphysikalischen Einsatz wurde das Multitalent als dekoratives Element in der Innenarchitektur entdeckt.
Die mitteldichte Faserplatte wird aus Holzfasern unter Zugabe von geringem Bindemittelanteil unter Druck und Hitze erzeugt. Für die Verwendung als Wasser abweisende, diffusionsoffene Wand- und Dachplatte im Holzhausbau wird Paraffin zugegeben und eine etwas geringere Dichte eingestellt als bei MDF für andere Zwecke (z. B. im Möbelbau und für Drechselteile). Die MDF-Wand- und Dachplatte erhält außerdem eine Nut- und Federverbindung und fungiert als außenseitige Wandbekleidung und Winddichtung bzw. als Unterdach. Nach außen folgen z. B. eine vorgehängte Holzfassade, ein Wärmedämmverbundsystem oder eine Klinkerschale bzw. die Dachdeckung. Ein Verbund mit OSB innen, Konstruktionsvollholz mit zwischenliegender Wärmedämmung im Kern und MDF außen hinter der Fassade ist gängige Lösung im heutigen Holzrahmenbau.
![]() Brettstapel |
Mit Brettstapelelementen, d. h. hochkant gestellten, miteinander vernagelten oder verleimten Brettern oder Bohlen sowie den Holzblocktafeln und dem Dickholz, die aus mehreren miteinander verklebten Holzschichten bestehen, erlebt der Massivholzbau eine ganz neue Epoche.
Anders als beim historischen und auch modernen Blockhausbau entstehen vorgefertigte großflächige Elemente für die Montage von Decken und Wänden, die mit Dämmschichten, Bekleidungen, Fassaden und Estrichen komplettiert werden können.
Arbeitsgemeinschaft Holz e. V., Postfach 30 01 41, 40401 Düsseldorf,
Tel.: (02 11) 47 81 80, Fax: (02 11) 45 23 14