Der Atomausstieg in Deutschland kann nur aus der Gesellschaft heraus unumkehrbar gemacht werden. Das ist die Lehre aus der faktischen Aufkündigung der Atomkonsensvereinbarung durch die dominierenden Energiekonzerne. Darauf hat die Initiative "Atomausstieg selber machen" anlässlich des Energiegipfels 2006 in Berlin hingewiesen.
"Kein privater Haushalt, kein Gewerbetrieb und kein Unternehmen ist in Deutschland gezwungen, Atomstrom zu kaufen", werben die Initiatoren für ihre Idee des "gesellschaftlichen Atomausstiegs".
Das Aktionsbündnis "Atomausstieg selber machen!" wirbt beim Energiegipfel dafür, von den Atomstromkonzernen RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW zu den Ökostrom-Anbietern zu wechseln.
Im Bündnis "Atomausstieg selber machen!" haben sich, koordiniert von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), bisher neun Organisationen zusammengeschlossen: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Bund der Energieverbraucher, der Deutsche Naturschutzring (DNR), Greenpeace, der Naturschutzbund Deutschland (NABU), die Deutsche Sektion der IPPNW, ROBIN WOOD und X-tausendmal quer. Die Initiatoren empfehlen vier Ökostrom-Anbieter - die Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace energy, Lichtblick und Naturstrom - als atomstromfreie Versorger.
Holzbauwelt.de meint: jeder von uns hat die Chance sich den Stromanbieter frei auszuwählen und sich für Ökostrom zu entscheiden. Nicht der Preis steht im Vordergrund, dass Strom billig sein muss, sondern die Quelle, aus der er gespeist wird. Voraussetzung für den Atomausstieg beim Strom ist der Wechsel des Stromanbieters hin zum Ökostrom-Anbieter. Das Beispiel vom Klimawandel zeigt deutlich, dass Einsicht besser ist, als die Folgen der Ursache (weltweiter CO2-Ausstoß und Erderwärmung) schmerzhaft akzeptieren zu müssen.
Der Wechsel zum Ökostromanbieter ist relativ einfach. Mit der Anmeldung beim neuen Ökostromanbieter beauftragen sie ihn gleichzeitig mit der Abwicklung und Kündigung beim bisherigen Stromlieferanten.
Die aktuelle Ausgangslage zeigt: die von den Atom- und Kohlekonzernen unabhängigen Ökostrom Anbieter setzen sich ausschließlich für die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen und Anlagen aus der Kraft-Wärme-Koplung ein. Ihr Markt hat sich in den letzten Jahren gut etabliert und wächst stetig.
Weit über 500.000 Ökostrom Kunden haben bisher auf einfache und wirkungsvolle Weise deutlich gemacht, dass sie mit dem Angebot ihres bisherigen Stromanbieters nicht einverstanden waren. Durch die Wahl eines Ökostromanbieters haben sie entschieden, wie ihr Strom erzeugt wird und in welche Kraftwerke künftig investiert wird.
Und wo es gerade ums Geld geht: Das Vorurteil, Ökostrom sei etwas für Besserverdienende, hat sich längst überholt. Schon heute gibt es zahlreiche Beispiele dafür, dass Strom aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Kraft-Wärme-Kopplung nicht teurer sein muss, als der aus Atom- und Kohlekraftwerken produzierte Strom. Wechseln Sie jetzt hin zu Ökostrom, erzeugt aus erneuerbaren Energien und unterstützen Sie damit eine nachhaltige Entwicklung für die Menschheit.
Nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung funktionieren meist gasbetriebene Blockheizkraftwerke, die gleichzeitig Wärme und Strom erzeugen. Blockheizkraftwerke gibt es in allen Dimensionen: von der Größe einer Einfamilienhaus-Heizanlage bis hin zu großen städtischen Kraftwerken. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung wird das physikalische Gesetz genutzt, dass bei der Stromherstellung immer 2/3 Wärme und 1/3 Strom entstehen. Dieses große Wärmepotential wird bei KWK direkt für Heizung und Warmwassererzeugung genutzt - anders als bei zentralen Atom- oder Kohlegroßkraftwerken, welche die entstehende Wärme einfach an die Umwelt abgeben und damit schlicht verschwenden.
Die EWS Schönau als Ökostrom-Anbieter haben sich beim Strom-Mix deshalb ganz bewusst für bis zu 50% Kraft-Wärme-Kopplungsstrom entschieden. Denn KWK erreicht einen Nutzungsgrad von bis zu 90% der eingesetzten Energie. Somit hat sie für den Klimaschutz eine besondere Bedeutung, weil durch die gleichzeitige Gewinnung von Wärme und Strom klimaschädliche Gase in immenser Größenordnung eingespart werden.
Die Kraft-Wärme-Kopplung ist sicherlich eine Übergangstechnologie - aber momentan unverzichtbar für einen effektiven Klimaschutz und eine Dezentralisierung der Stromproduktion. Sie ist die „Brücke ins Solarzeitalter”, ohne die der Weg von der atomaren und fossilen Stromerzeugung zur solaren Stromerzeugung nicht bewältigt werden kann. Über die Kraft-Wärme-Kopplung können 40% des Stroms in Deutschland dezentral erzeugt werden - diese Zahl erklärt auch, warum viele große Energieversorger so ablehnend gegen die Kraft-Wärme-Kopplung eingestellt sind.
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