4 Schritte zum Holzhaus

Warum Blockhäuser einfach wunderbar sind

- Die älteste Hausbautechnik der Welt kehrt gerade auch bei uns mit viel Macht zurück. Kein Wunder, denn Blockhäuser haben unheimlich viele Eigenschaften, die sie wunderbar machen – auch wenn sich manche erst auf den zweiten Blick zeigen.

Sie nennen sich Blockhaus, Blockbohlenhaus oder Naturstammhaus – der Name hängt letztlich nur davon ab, welches Profil die Hölzer haben. Immer steckt dahinter jedoch ein Look, der gerade für Deutschland nach wie vor noch exklusiv ist, den die meisten mit uriger Gemütlichkeit verbinden. Und auf den folgenden Zeilen zeigen wir, warum diese Gebäude so toll sind.

1. Fünf Sterne für die Ökobilanz

Natürlich haben alle Häuser in Holzbauweise eine ziemlich gute Ökobilanz. Die Königskrone allerdings gebührt den Blockhäusern. Denn hier kommt eben praktisch ausschließlich Holz zum Einsatz. Kein Putz, für den energieintensiv Zement hergestellt werden muss. Keine Farben, deren Hintergründe man nicht genau kennt. Ein Blockhaus ist vom Boden bis zum Dach und in allen Zwischenwänden nur eines: Massives Holz, das höchstens mit unbedenklichen Anstrichen außen gegen die Unbilden des Wetters imprägniert wird.

Das ist nicht nur deshalb so toll, weil Holz generell ein nachwachsender Rohstoff ist, der über jeden Umweltzweifel erhaben ist. Dadurch, dass eben massive Bohlen zum Einsatz kommen, sinkt auch nochmals die Zahl der Verarbeitungsschritte und die dabei verbrauchte Energie auf ein Minimum. Tatsächlich braucht es für ein Blockhaus aus Rundbohlen nur das: Die Bäume werden gefällt, alle Stämme entrindet, entastet und auf den gleichen Durchmesser gebracht. Dann müssen sie nur noch passend zugesägt werden und das Haus steht.
Auf diese Weise ist es möglich, ein wirklich, nicht nur rechnerisch, CO2-neutrales Gebäude zu erschaffen.

2. Für das Kind im Erwachsenen

Schon bei normalen Holzbau-Fertighäusern ist es ein faszinierender Spaß, dabei zuzuschauen, wie diese im Zeitraffer errichtet werden. Bei einem Blockhaus ist das tatsächlich nochmal so spaßig. Denn auch, wenn dabei heute natürlich moderne Werkzeuge, Kräne usw. zum Einsatz kommen, allzu weit von der Bauweise, wie man sie für Blockhäuser vor Jahrhunderten nutzte, ist man jedoch trotzdem nicht.

3. Grenzenlos einfaches Energiebewusstsein

Wer heute in Deutschland ein Haus baut, der unterliegt diversen Gesetzgebungen. Das Wichtigste ist die Energieeinsparverordnung EnEV. Sie regelt, welchen Energieverbrauch Gebäude haben dürfen und wie es um die Dämmung oder viel mehr den Wärmedurchgangskoeffizienten der Außenhülle bestellt ist. Zum anderen gehört dazu das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien EEG. Der Kern dieses Gesetzes ist es, dass die Erzeugung erneuerbarer Energien geregelt wird – etwa durch eine festgelegte Einspeisevergütung für erneuerbar erzeugten Strom.  Beide Gesetze wiederum haben inhaltliche Überschneidungen mit einem dritten Gesetz, dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz EEWärmeG. Darin ist unter anderem festgelegt, dass Neubauten ihren Energiebedarf anteilig durch erneuerbare Maßnahmen decken müssen.

Das bringt uns direkt zum Blockhaus. Denn das ist ein kleines Energetik-Wunder. Holz selbst dämmt enorm gut. So gut, dass man schon ab einer Bohlendicke von rund 230 Millimeter ohne jegliche Wärmedämmung auskommt und trotzdem die genannten Gesetze befolgt. Und falls man sich für eine zweischalige Bauweise mit dazwischenliegender Dämmschicht entscheidet, kann man nur noch „wow“ sagen, denn ein solches Haus kommt auf Werte, die sich bei anderen Bauweisen nur ungleich komplizierter erreichen lassen. Das alles wiederum reduziert den Grundenergiebedarf fürs Heizen, die Kosten und den Stress, um die Gesetze alle zu erfüllen. Und dass die bärenstarken Dachsparren auch ausreichen, um im Zweifelsfall das komplette Dach mit Photovoltaikplatten zu bedecken, kommt noch hinzu.

4. Klima De Luxe

Das erste, was Menschen auffällt, die zum ersten Mal ein Blockhaus betreten, ist der Geruch. Natürlich, wo keine Chemie drinsteckt, ist die Luft vor allem von dem unglaublich wohnlichen Holzgeruch erfüllt. Doch wenn man nur wenige Stunden im Blockhaus verbringt, fällt einem auch noch etwas anderes auf: Das Raumklima. Massivholz ist der natürlichste Regulator von Feuchtigkeit, den man sich denken kann. Die Balken und Bohlen nehmen Luftfeuchtigkeit auf, wenn sie zu hoch ist und geben sie wieder ab, wenn sie zu niedrig ist. Das sorgt dafür, dass die Luft niemals zu trocken oder zu feucht ist, sondern immer genau richtig. Etwas, das bei anderen Bauweisen nur durch umfangreiche Technik möglich ist.

Und nicht nur das: Holz fühlt sich auch inhärent anders an. Das kann man spüren, wenn man barfuß auf einem Holzboden geht. Der wird sich niemals so heiß oder eisig kalt anfühlen, wie beispielsweise Fliesen. Das liegt daran, dass Holz deutlich träger auf Klimaveränderungen reagiert und ist nebenbei ein weiterer Vorteil für die Energiebilanz: Ein Holzhaus kann geringer beheizt werden, ohne sich ungemütlich anzufühlen. Dadurch sind Blockhäuser unterm Strich „klimatisch ausgeglichen“.

Übrigens: Das hat natürlich auch Auswirkungen auf Feuchtigkeits-Nachteile. Blockhäuser weisen signifikant weniger Schimmelprobleme auf.

5. Der Look

Eine Liste über die Vorteile von Blockhäusern ist natürlich nicht komplett, ohne dass auch die Optik erwähnt wird. Denn Hand aufs Herz, Holz macht einfach einen unglaublich gemütlichen Eindruck. Es wirkt warm und einladend. Durch die Maserung ist jede einzelne Bohle, jeder Balken ein absolutes Unikat, sodass sich selbst serienmäßig produzierte Blockhäuser doch nie ganz gleichen.

Blockhaus in Blockbohlenbauweise Innenansicht mit Kamin
Blockhaus in Blockbohlenbauweise Innenansicht mit Kamin

Und natürlich ist es auch in einer Hausbauwelt, die aktuell vielfach von geradezu zurückhaltenden Fassadenfarben dominiert wird, vom klassischen Rauputz, ein optisches Statement, mit dem man sich von seinen Nachbarn erheblich-einzigartig abhebt. Und, wie das Holzhaus Ammerngruss mit seinen rechteckigen Bohlen-Profilen beweist: Das geht auch ohne, dass das Haus „irgendwie nach Kanada“ aussieht – zumal es bei den meisten Anbietern auch möglich ist, die Wände innen (teilweise) zu verkleiden, um so zu einem klassischen Innenraumlook zu kommen.

6. Für die Gesundheit

Würde man einen beliebigen Baubiologen befragen, welches er für die gesündeste Hausbauform hält, er würde wohl ohne Zweifel direkt mit „Blockhaus“ antworten. Kein Wunder, denn wo keine Chemie beim Bau eingesetzt wurde, wo sich Schimmel nur schwerlich bilden kann, da gibt es eben nichts, was Allergien auslösen oder fördern könnte.

Wenn man das dann noch mit Massivholzmöbeln kombiniert, mit dem Verzicht auf Pressspan und Kunstharze (etwa bei der Küchenzeile), erzielt man ein Haus, das konkurrenzlos im besten Sinne „wohngesund“ ist.

7. Sicher gegen alles, was kommen mag

Dieser Punkt wird manche verblüffen, deshalb muss er mit einer Frage beginnen: Welches Haus zieht, was den Brandschutz anbelangt, den Kürzeren? Wer jetzt reflexartig „Blockhaus“ antworten will, liegt schon falsch. Denn gerade die dicken Bohlen sind ein Plus beim Brandschutz. Das liegt daran, dass es generell schon mal schwierig ist, Hölzer solcher Durchmesser überhaupt zu entflammen. Das kann jeder bezeugen, der schon mal ein Lagerfeuer ohne Reisig entfachen wollte. Zudem hält das Blockhaus auch Feuer länger stand – wo Hohlblocksteine beispielsweise durch die Hitze irgendwann reißen würden. Untersuchungen nach Bränden zeigen immer wieder, dass bei den Blockhäusern oft nur die obersten Millimeter schwarz verkohlt sind. Darunter ist das Holz wie neu – und weil es durch die Hitze kaum an Tragfähigkeit einbüßt, besteht auch kein größeres Risiko.

Apropos Tragfähigkeit. Die sollten auch alle Bauherren bedenken, welche in den erdbebenkritischen Gebieten der Republik bauen möchten. Denn wo ein gemauertes Haus auf die grummelnden Erdstöße überraschend schnell mit Rissen im Putz reagiert und bei größeren Beben natürlich auch Mauerwerksschäden davonträgt, sieht es beim Blockhaus völlig anders aus. Da liegen meterlange Stämme fest aufeinander. Wackelt die Erde, können keine Risse auftreten. Viel mehr noch, die Stämme sind flexibel, weil sie noch als Baum starken Windstößen trotzen mussten. Gegen deren Biegebelastungen sind Erststöße kaum der Rede wert. Tatsächlich wurde das in Japan bereits in einem Live-Test bewiesen – im Maßstab 1:1 auf einem Erdbebensimulator.

Fazit

Blockhäuser, egal in welchem Stil sie gebaut werden, haben einzigartige Eigenschaften, die weit über den heimeligen Look hinausgehen. Es hat schon einige sehr gute Gründe, warum der Mensch über all die Jahrtausende seiner Geschichte, über all die architektonischen Errungenschaften hinweg, an dieser Bauweise bis heute festhält.

Blockhaus, Blockbohlenhaus oder Naturstammhaus