4 Schritte zum Holzhaus

10 Gründe, warum Bauherren sich für ein Holzhaus entscheiden sollten

- Wer heutzutage darüber nachdenkt, sich ein Eigenheim selbst zu bauen, hat viele verschiedene Möglichkeiten um das Bauvorhaben zu realisieren. Die Grundfrage beginnt schon vor der Planung, wie das Haus aussehen soll – nämlich die nach dem Werkstoff und der Bauweise. Holzhäuser sind nämlich eine ernstzunehmende Alternative zum noch weiter verbreiteten Massivbau. Es gibt viele Gründe, ein Holzhaus zu wählen – einige überzeugende Argumente für den Bau mit Holz gibt dieser Artikel.

1. Ein Holzhaus ist immer noch etwas Besonderes

Zwar sind Holzhäuser heutzutage wieder relativ populär und ihre Beliebtheit wächst, dennoch wird weiterhin nur ein kleiner Teil der privaten Neubauten in Holzbauweise umgesetzt. Die Wahl des Materials alleine macht das Eigenheim also schon zu etwas Speziellem.

Die so genannte Holzbauquote liegt bei etwa 17,8 Prozent der neu genehmigten Wohngebäude. Diese Zahl ist zwar das Ergebnis eines leichten Trends zu mehr Holzhäusern, jedoch hängen sie immer noch deutlich hinter den gewohnten Massivbauten hinterher. Als Teil dieser Minderheit fällt ein Holzhaus auch heute noch auf – insbesondere, wenn zu einer Ausbauform gegriffen wird, die nach außen hin das Holz sichtbar lässt.

2. Das besondere Wohnklima

In einem Holzhaus, ganz besonders jedoch in der Blockhausbauweise, herrscht ein ganz besonderes Wohnklima. Dieses ist durch die einzigartigen Eigenschaften der naturbelassenen Holzbalken bedingt – denn diese lassen die Feuchtigkeit aus dem Raum nach außen oder umgekehrt und regulieren so automatisch die Luftfeuchtigkeit. Dank der hohen massiven Wandstärke, die in modernen Blockhäusern zum Einsatz kommt, sind diese auch sehr gut isoliert. Im Winter sind sie also angenehm warm und im Sommer schön kühl.

Der U-Wert von Holz, also die Kennzahl für die Wärmedurchlässigkeit, ist dank der Zellstruktur von Holz und den in großer Zahl vorhandenen, mikroskopischen Hohlräumen, recht hoch.

Ein weiterer Vorteil für das Wohngefühl sind die Holzflächen im Innenausbau selbst, die eine angenehmere Oberflächentemperatur aufweisen, als Stein oder Gips. So kann man unter Umständen mit niedrigeren Temperaturen heizen, um das gleiche Wärmegefühl im Raum zu erzeugen.

3. Der Look

Ein Holzhaus ist äußerst wandlungsfähig, wodurch sich fast jeder gewünschte Look umsetzen lässt. Eine Fassade aus natürlichem oder angestrichenem Holz verleiht dem Gebäude natürlich den markanten Charakter, den sich viele Bauherren wünschen. Ein Massivblockhaus, insbesondere aus Naturstämmen, die außen sichtbar bleiben, hat einen besonderen Charme.

Aber es ist auch problemlos möglich, eine hinterlüftete Fassade anzubringen, die beliebig verkleidet oder verputzt werden kann. Durch die Hinterlüftung und die Verwendung der richtigen Werkstoffe bleibt das Haus auch diffusionsfähig, so dass dieser Vorteil von Holzhäusern nicht verloren geht.

4. Gesünder wohnen

Holz ist ein natürlicher Rohstoff, der äußerst tragfähig ist und wie bereits erklärt zu einem angenehmen Wohnklima beiträgt. Insbesondere Häuser in Massivholzbauweise benötigen also keine zusätzlichen Materialien oder Versiegelungen wie synthetischen Lacke. So lässt es sich also deutlich gesünder und natürlicher wohnen, als bei traditionellen Steinhäusern.

Auch Dämmstoffe können auf der Basis von Holz rein biologisch sein. Immer häufiger kommen dazu Holzfaserplatten zum Einsatz, die sich den Wärmedurchgang des Werkstoffes zu Nutzen machen und so auf natürliche Art sehr gute Dämmwerte erreichen können. Ähnlich verhält es sich mit Dämmungen aus Zellulose, die häufig als Einblasdämmung in Hohlwänden zum Einsatz kommt.

5. Keine Probleme mit Feuchtigkeit

Eine große Angst für Bauherren sind Probleme im fertiggestellten Haus durch Baufeuchte. Da das Holz diffusionsoffen ist, wird überschüssige Feuchtigkeit vom Holz aufgenommen und gegebenenfalls langsam an die Außenluft abgegeben. Schimmel oder ähnliche Wasserschäden sind somit in Holzhäusern eher selten ein Problem.

Selbst, wenn nur wenig gelüftet wird, wird also auch Kondenswasser in Badezimmer und Küche durch die Feuchtigkeitsregulierung aufgenommen.

6. Nachwachsende Rohstoffe – Umweltfreundlich und nachhaltig

Ein Holzhaus wird aus einem sehr hohen Prozentsatz aus – wie sollte es auch anders sein – Holz errichtet. Somit sind sie die einzigen modernen Gebäudeformen, die aus einem natürlichen und nachwachsenden Rohstoff gebaut werden können.

Gleichzeitig können die geborgenen Materialien von einem Holzhaus, das abgerissen wird, wiederverwendet oder recycelt werden. Auch ist der Bau schneller und benötigt weniger schweres Gerät - somit ist ein Holzhaus insgesamt wesentlich nachhaltiger, als alle anderen Bauformen.

7. CO2-Bilanz

Der Rohstoff Holz besteht zu einem großen Teil aus Kohlenstoff, den der Baum während der gesamten Wachstumsphase in Form von Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre aufnimmt. Somit ist sowohl der lebende Baum, als auch das daraus gewonnene Holz, ein großer Kohlenstoffspeicher.

Da das Holz somit das CO2 bindet, sind die Materialien, die für den Bau eines Holzhauses benötigt werden, weiterhin CO2-Speicher. Somit ist ein Holzhaus die einzige Bauform mit einer negativen CO2-Bilanz.

Insbesondere in Zeiten, in denen Kohlenstoff-Steuern im Rahmen des Klimaschutzes im Gespräch sind, sind solche klimaneutralen Baumethoden höchst interessant.

8. Energieeffizienz: Auch moderne Standards locker möglich

Nur weil ein Holzhaus oft mit altmodischen Häusern in Verbindung gebracht wird, müssen wir nicht auf moderne Technik oder Gebäude, die aktuellen Standards entsprechen, verzichten.

Die Ausrüstung eines Hauses mit Smart Home Technologie und die Erfüllung aktueller Standards für die Energieeffizienz entsprechend der Energieeinsparverordnung sind bei einem Holzhaus problemlos realisierbar.

Aufgrund der guten klimatischen Eigenschaften von Holz sind einige Standards, wie etwa der des Passivhauses, äußerst gut möglich und häufig sogar einfacher umzusetzen, da die Dämmwerte schon von Natur aus recht gut sind.

9. Viele vermeintliche Nachteile treffen nicht zu

Häufig hört man, dass Holzhäuser besonders hellhörig seien. Bei modernen Bauweisen mit Holzrahmen- oder Holztafelwänden ist dies aber keineswegs mehr der Fall. Bei den dickeren Wänden erfüllt die Wärmedämmung eine Doppelfunktion als Schallschutz. Wenn dann zusätzlich schalldichte Fenster und Türen eingesetzt werden, erreicht man sehr gute Werte gegen Lärm von außen.

Ein anderes Problem, das im Volksmund oft angesprochen wird, ist die Brandsicherheit in Holzhäusern. Da wir grundsätzlich Feuer mit Holz als brennbaren Rohstoff in Verbindung bringen, denken wir automatisch auch, dass ein Holzhaus sehr anfällig für Brände ist. Das ist jedoch nicht ganz zutreffend. Holz brennt zwar, aber wenn es als Rohstoff für den Hausbau Verwendung findet, hat es sogar eher Vorteile, was den Brandschutz betrifft.

Zuerst einmal brennen Holzhäuser nicht öfter als andere, da das Feuer üblicherweise von einer vom Baustoff unabhängigen Quelle stammt. Dazu kommt, dass dicke Holzbalken, wie sie für die tragenden Strukturen eines Hauses verwendet werden, nur sehr langsam Feuer fangen. Da dickere Holzbalken an der Oberfläche verkohlen, wenn sie großer Hitze ausgesetzt werden, erreichen sie problemlos Feuerwiderstandsklassen von F30 bis F60 – was bedeutet, dass sie Feuer über 30 beziehungsweise 60 Minuten widerstehen können.

Dazu brennt Holz sehr stetig und somit kontrollierbar ab – wenn es also doch einmal zu einem Brand kommen sollte, hat die Feuerwehr häufig bessere Voraussetzungen.

10. Bauliche Vorteile

Grundsätzlich gilt: Holzhäuser sind nicht teurer als andere Bauformen. Wer zu einem Ausbauhaus greift kann sogar mit Eigenleistung zusätzlich viel Geld sparen und so günstiger zu einem Eigenheim kommen.

Aber Achtung: Obwohl im Holzhaus viele Handgriffe zum Ausbau leichter sind, als bei einem Steinhaus, sollten bestimmte Arbeiten nur von Fachmännern erledigt werden. Insbesondere Elektroinstallationen müssen aufgrund der vielen zu erfüllenden Richtlinien durch ausgebildete Elektriker durchgeführt werden. Heizungs- und Sanitäranlagen sollten ebenfalls zur Sicherheit von Fachpersonal installiert werden.

Holzhäuser können in verschiedenen modernen Baumethoden errichtet werden – ob als Fertighaus, modular in Holztafelbauweise oder als Holzrahmenbau. Diese Bauweisen haben viele Vorteile, die man sich zu Nutzen machen kann.

Durch die hohen Anteile an vorgefertigten Modulen kommt es zu einer sehr geringen Bauzeit. In Zeiten von stetig steigenden Baukosten kann man somit also doppelt Geld sparen – je kürzer die Bauphase, desto geringer fallen die Ausgaben für Wohnraum während der Bauphase aus.

Da für die vorgefertigten Wandelemente für Fertighäuser und im Tafelbau sehr hohe Qualitätsstandards gelten, werden moderne Energiestandards garantiert erreicht. Durch die materialbedingten guten Dämmwerte der Wände können diese im Vergleich zu Steinwänden dünner sein – dadurch gewinnt man eventuell etwas Wohnfläche auf dem gleichen Grundriss.

 

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