4 Schritte zum Holzhaus

Einrichten und leben im Block(bohlen)haus: So wird’s wirklich urgemütlich

- Block(bohlen)häuser sind schon für sich beeindruckende, naturnahe, wohngesunde Bauwerke. Doch erst mit der richtigen Einrichtung wird daraus eine runde Sache.

Hand aufs Herz: Auch, wenn ein Blockhaus in einem Musterhauspark oder einem Neubaugebiet zwischen lauter verputzten „normalen“ Gebäuden steht, verströmt es doch ein unnachahmliches Ambiente, das die Fantasie automatisch in eine pittoreske Waldlandschaft zieht…

Das ist nicht nur ein Klischee. Es sind die massiven, selbst in angestrichenem Zustand naturbelassen wirkenden Stämme bzw. Bohlen, die für einen Gefühlsmix aus Sicherheit, Solidität, Gemütlichkeit stehen. Und da passt der Gedanke von einem heimeligen Blockhaus in der Natur steht bestens.

Nun muss man ein solches Haus allerdings nicht roh und spartanisch einrichten. Das wäre ziemlich ungemütlich.

Es reicht, wenn man die Sache mit Gefühl angeht. Einrichtungstipps, die den Charakter des Hauses unterstreichen, haben wir deshalb für diesen Artikel zusammengetragen.

Übrigens: Auch, wenn sich Blockhäuser, Blockbohlenhäuser und Naturstammhäuser natürlich durch die Form ihrer Holzprofile unterscheiden, verwenden wir zur besseren Lesbarkeit hier nur „Blockhaus“, da der Charakter aller Varianten sich stark ähnelt.

 

 

Oberstes Credo: Es muss stimmig sein

Nicht alle Blockhäuser zeigen innen ausschließlich Holz. Aber bei den allermeisten, das zeigt etwa unser Fullwood Wohnblockhaus sehr deutlich, überwiegen zumindest starke Akzente.

Diese Tatsache setzt Anforderungen an eine stimmige Einrichtung. Man kann zwar durchaus modern einrichten, ist also nicht an Landhaus- oder ähnliche Looks gebunden.

Allerdings sollte man darauf achten, dass sich alles, was man einbringt, harmonisch zum Holz verhält:

  1. Der Holzart, aus der das Haus besteht
  2. Ihr Farbton und die Maserung
  3. Schutzanstriche, welche den Farbton intensivieren

Besteht das Haus beispielsweise aus kräftig gemaserter Lärche, wäre es unharmonisch, dort einen Fernsehschrank aus „Eiche Natur“ aufzubauen, weil beide Hölzer sich stark unterscheiden. Gleiches gilt auch für chromglänzendes Metall sowie Farben, die sich mit Holz „beißen“, etwa Gelb, Orange und dergleichen.

Die Küchenzeile

Eine Einbauküche ist allein ob ihrer Ausdehnung grundsätzlich ein Möbelstück, welches sorgsam ausgesucht sein will.

Die Größe macht sie zum „Statement“, welches den Einrichtungscharakter nachhaltig positiv, aber auch negativ beeinflussen kann.

Primär gibt es für Blockhäuser drei Optionen:

  1. Holz pur. Natürlich der gleichen Sorte wie das des Hauses. Das kann es sinnvoll machen, auf Maßgeschneidertes vom Schreiner zu setzen. Teuer zwar, dafür aber auch eine Anschaffung für sehr viele Jahre und maximal an die Raumbegebenheiten angepasst.
  2. Eine Küchenzeile, die Holz-Akzente setzt (etwa bei der Arbeitsplatte und dem Korpus der Schränke), aber ansonsten in einem kontrastierenden, jedoch harmonisierenden Farbton gestrichen ist.
  3. Die holzfreie Kontrastlösung. Allerdings schränkt das die Auswahl ein. Gut wirkt Weiß. Auch mattschwarze Küchen eignen sich hervorragend – vor allem, wenn das Haus aus dunklerem, stark gemasertem Holz besteht. Dann wird Mattschwarz zu einem aufregenden, gleichsam modern und retro wirkenden Kontrast.

Hier sollte man sich wirklich gut beraten lassen. Gern auch mit groß ausgedruckten Fotos des Küchenraumes zur Verdeutlichung.

 

 

Der Kaminofen

Zwar ist der gemütlich flackernde Kaminofen durchaus ein Blockhaus-Klischee, aber eines, dem man folgen sollte.

Nicht nur, weil es eine simple Möglichkeit ist, eine wohltuende Wärme ins Haus zu bringen, ohne die Heizung zu bemühen. Ein Kamin ist immer auch ein optisches Schmuckstück.

Mancher wird sich fragen, ob das kein Risiko ist: Holz und Feuer? Definitives, großgeschriebenes Nein:

  1. Jeder Ofen sowie seine Abgasleitung müssen nach den Vorgaben eines abnahmeberechtigten Schornsteinfegers aufgestellt und abgenommen werden. Das inkludiert Wand-Mindestabstände ebenso wie eine feuerfeste Grundplatte sodass sich nichts übermäßig erwärmt.
  2. Es werden sowieso nur Öfen und Abgasrohre abgenommen, welche den aktuellen Gesetzesvorgaben entsprechen (sowohl hinsichtlich Sicherheits- wie Umweltschutzgründen)
  3. Man kann durch persönliches Verhalten und weitere Maßnahmen den Betrieb der Feuerstätte enorm sicher machen. Sicherer als eine auf dem Wohnzimmertisch stehende Kerze.

Aber welcher Ofen sollte es sein? Nun, falls man nicht auf einen gemauerten Kamin oder einen verputzten Kachelofen setzen möchte, empfiehlt sich die einfache Lösung:

 

So klassisch wie möglich

In erster Linie bedeutet das, dass man auf Farbakzente, etwa helle Steine, gebürstete Metall-Optik etc., verzichten sollte. Im Blockhaus wirkt ein klassischer schwarzer Ofen mit ebensolchen Rohren am allerbesten – selbst in moderner Formensprache.

Was die auf Holzböden nötige Bodenplatte anbelangt, hat man zwei Optionen:

  1. Glas. Das lässt die Schönheit des Holzbodens sichtbar.
  2. Mattschwarzes Metall. Das hat einen tollen Kontrasteffekt

Vorteil Metall: Unter den Platten wird sich unvermeidbar Staub ansammeln. Bei Metallplatten bleibt dieser nicht nur unsichtbar, sondern sie lassen sich zum Reinigen auch leichter anheben.

Die Couch

Auch eine Couchlandschaft ist ähnlich raumtonangebend wie eine Küchenzeile. Hier empfiehlt es sich, auf einen zeitlosen, robusten, einfach zu pflegenden und aufzufrischenden Klassiker zu setzen: Echtleder.

Es ist nicht nur so, dass Glattleder einen schönen Kontrast zum optisch „rauen“ Holz darstellt. Auch die Farbe (Schwarz, Dunkelbraun oder Dunkelrot) harmoniert perfekt.

Allerdings: Auch eine schneeweiße Ledercouch kann für den modernen Look funktionieren. Ist aber naturgemäß pflegeintensiv.

Tipp: Ein großer, kurzfloriger Läufer in einer fröhlichen Farbe kann einen angenehmen Tupfer bringen, ohne fehl am Platz zu wirken.

Esszimmer- bzw. Küchenstühle und -tische

Lässt man sich im Netz inspirieren, stellt man fest, dass für die Essecke häufig auf naturbelassenes Holz gesetzt wird; gern mit dekorativen Schnitzereien/Drechselarbeiten.

Das kommt nicht von ungefähr, weil es eine natürliche Ergänzung zum Blockhaus ist. Aber es kann auf manche auch langweilig oder unkreativ wirken.

Hier kann es, insbesondere wenn die Küchenzeile schon aus Holz besteht, die bessere Option sein, die Sitzgarnitur farblich zu kontrastieren, um einen „hölzernen“ Look zu vermeiden.

Auch dafür können Holzmöbel als Basis zum Einsatz kommen, wenn sie mit Lack bzw. Beize entweder deckend oder halbtransparent gestrichen werden. Allerdings eignen sich auch hier nicht alle Farbtöne. Wir empfehlen:

  • Ein ins Olive tendierendes Dunkelgrün
  • Auberginefarben
  • Eher ins Blaue denn ins Grüne tendierendes Petrol
  • Altweiß
  • Schwachgemasertes Hellholz mit mattschwarzen Akzenten

Wer ganz wegmöchte vom Holz, kann sich auch bei Korb- bzw. Rattan umschauen. Selbst wenn diese farblich gestrichen sind, passen sie durch die Struktur doch zum Holz.

Tipp: Unter dem Tisch kann ein Läufer aus Sisal, Hanf oder ähnlichen Naturfasern die perfekte Brücke zwischen natürlichem Dielenboden und den andersartigen Möbeln sein.

Große Wände

Es gibt viele Menschen, die die sichtbaren Balken/Bohlen im Inneren eines solchen Hauses komplett so lieben, wie sie sind – perfekt. Sie dürfen dieses Kapitel überspringen.

All jene jedoch, denen das in manchen Zimmern vielleicht zu rustikal ist, können sich behelfen, ohne dass gleich das komplette Holz der Wand abgedeckt wird – was wiederum mitunter zu viel des Guten sein könnte.

Die Lösung in diesem Fall sind große Wandpaneele. Normalerweise werden sie in Holzoptik verkauft, um glatten Wänden einen Eyecatcher zu verleihen – ebenso allerdings gibt es sie in deckend farbiger Form, um die Wirkung des Holzes ein wenig abzumildern.

Auch können Talentierte zum Werkzeug greifen und sich einfach ein eigenes Paneel basteln – ein simpler DIY-Job.

Sie werden an der Wand montiert, gerne mit einigen Millimetern Luft dahinter, damit Luft zirkulieren kann, und sorgen so für einen Blickfang, ohne dass der Gesamteindruck verloren geht.

Tipp: Gerade wenn das Haus aus sehr hellem, eher schwachgemasertem Holz besteht, kann es auch sehr sinnvoll sein, durch Kunstdrucke u.Ä. Farbtupfer zu setzen, allerdings bitte in Maßen.

Schränke und Regale

Natürlich braucht es auch im Blockhaus Stauraum in den Zimmern. Auch hier bleiben einige sinnvolle Optionen:

  1. Regale aus dem gleichen Holz wie das Haus selbst.
  2. Kombinationsstücke aus Glas und schwarzem Metall.
  3. Vor allem bei einzelnen Regalbrettern mit traditionell gemustertem Stoff (bspw. Paisley-Muster) bezogen
  4. Naturstein- bzw. Marmor-Optik

Dazu natürlich abermals die kontrastierende Variante in Mattschwarz oder Weiß. Allerdings sollte auch hier eine Regel eingehalten werden, die universell gilt:

Keine hochglänzenden Lacke. Immer nur seidenmatt oder idealerweise gleich stumpfmatt

Und natürlich: Keine Sorge, wenn man sich an die Regeln dieses Artikels hält, kann man auch bei allen anderen Einrichtungsgegenständen nichts falsch machen. Und letztendlich ist auch im Blockhaus das schön, was den Bewohnern gefällt.

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