4 Schritte zum Holzhaus

Erneuerbarer Rohstoff Holz

Holz ist ein natürlicher Rohstoff, der dem Menschen seit Jahrtausenden zur Verfügung steht. Ehemals als Brennstoff genutzt sowie um Werkzeuge herzustellen und um Behausungen zu errichten. Der technische Fortschritt hat es mit sich gebracht, eine wachsende Anzahl von Holzprodukten zu entwickeln. Neuen Anforderungen und Verwendungszwecken wird der Baustoff Holz damit gerecht. Die Verfügbarkeit dieses nachwachsenden Rohstoffes weckt natürlich Begehrlichkeiten hinsichtlich seiner unerschöpflichen Verwendung. Die Balance zwischen Verbrauch und Nachwachsen des Rohstoffes Hoz ist daher wichtig. Nicht umsonst wird von nachhaltiger Forstwirtschaft gesprochen.

Holz als Rohstoff
Holz als Rohstoff

Für das Wachstum von Bäumen ist das vaskuläre Kambium veranwortlich. Eine einfache Zellschicht, die zwischen dem Phloem und dem Xylem liegt. Diese Schicht umhüllt die lebenden Teile des Baumes. In aktiven Wachstumsperioden entstehen durch die Teilung der Kambiumzellen sekundäre Phloem- und Xylemzellen. Diese sind ausschließlich für das Dickenwachstum der Wurzeln und des Stammes und nicht für das Höhenwachstum verantwortlich. Holz kann zwei verschiedene Qualitäten aufweisen. Zum einen das weiche und poröse Splintholz an der Peripherie des Stammes dessen Verkernung noch nicht abgeschlossen ist. Und zum anderen das innen liegende Kernholz, das seine maximale Härte und Dichte erreicht hat. Das Verhältnis zwischen Splintholz und Kernholz variiert bei den verschiedenen Baumarten. Beispielsweise verfügen die Kiefer und die Steineiche eine beeindruckend dicke Splintholzschicht, während der Walnussbaum und die Ulme fast gar keine aufweisen. Splintholz weist immer eine geringere Qualität als Kernholz auf und ist im Allgemeinen viel heller als Kernholz.

Holz zeichnet sich durch bestimmte physische und mechanische Eigenschaften aus. Wie zum Beispiel durch Härte, Gewicht, Schwindung oder Biegsamkeit und durch Merkmale wie Farbe, Glanz und Geruch. 

Die wichtigsten physikalischen Eigenschaften von Holz:

  • Die Härte wird an dem Schwierigkeitsgrad gemessen, den die Bearbeitung des jeweiligen Holzes erfordert. Zu den harten Hölzern zählen zum Beispiel Ebenholz, Eiche und Buchsbaum. Zu den weichen Hölzern gehören Pappel, Weide und Balsaholz.
  • Die Biegsamkeit eines Holzes bezeichnet, wie stark es längsseitig gekrümmt werden kann, ohne zu brechen. Gute Biegeeigenschaften besitzen z.B. das Holz der Esche und der Ulme. Die geringste Biegsamkeit weisen Eiche und Ahorn auf.
  • Der Glanz von Holz ist eine Eigenschaft, die am besten bei harten Hölzern zum Ausdruck kommt. Z.B. beim Walnuss- Kirsch- oder Birnbaum, weil ihre Fasern eng zusammen liegen.
  • Die Dichte beschreibt das Verhältnis zwischen Gewicht und Volumen des Holzes.
  • Die Porosität beschreibt das Verhältnis zwischen dem Volumen der Holzporen und dem Gesamtvolumen des Holzes.
  • Die Homogenität bezieht sich auf die Gleichmäßigkeit der Struktur und der Maserung des Holzes.
  • Die Farbe ist je nach Art unterschiedlich, Pappel und Ahorn zeichnen sich durch ihr weißliches Holz aus. Eichenholz ist braun-gelblich, Mahagoniholz rötlich, Rosenholz leicht violett und Ebenholz schwarz.
  • Die Zeichnung bezeichnet die von den Holzfasern gebildete Oberflächenstruktur. So zeichnen sich manche Holzarten, wie zum Beispiel Lärche und Walnuss, durch eine besonders ausgeprägte Zeichnung aus.
  • Die verschiedenen Holzarten werden oft auch an ihrem Geruch unterschieden.
  • Die Haltbarkeit ist die dem Holz eigene Widerstandsfähigkeit gegen den Verfall.

Eigenschaften der verschiedenen Holzarten

Aufgrund der verschiedenen Eigenschaften und Holzarten werden diese je nach dem Verwendungszweck seit Jahrhunderten gezielt eingesetzt. Um eine optimale Holzqualität zu erzielen, muss der Baum gefällt werden, wenn er völlig ausgewachsen ist. Jüngere Bäume liefern ein weiches Holz und bei zu alten Bäumen kann der innere Teil verdorben sein. Die beste Zeit für die Abholzung ist der Winter. In dieser Zeit zirkuliert der Baumsaft nicht und die Rinde lässt sich leicht vom Spintholz trennen. Im Sommer dagegen ist das Splintholz mit Baumsaft gefüllt, der Substanzen enthält, die für Schädlinge anfällig sind.

Nutzholz erzeugt eine gemütliche Atmosphäre

Nach der Abholzung wird das Nutzholz in Holzfabriken zu Brennholz, Baumaterial und Haushaltsgütern weiterverarbeitet. Als erneuerbare Energiequelle ist Holz Biomasse in Form von Klötzen, Holzkohle, Hackschnitzel, Pellets oder Sägespänen. Es kann zum Kochen und Heizen verwendet werden. Über seine nützlichen Aspekte hinaus strahlt ein mit Holz beheizter Kamin oder Ofen eine Wärme und einen Geruch aus, die unserem Zuhause eine besonders angenehme Atmosphäre verleihen.

Holz dient in unserem häuslichen Lebensraum verschiedenen Zwecken, es wird für Möbel, Werkzeuge oder andere Utensilien genutzt. Möbel aus Holz sind warm, behaglich und ansprechend und zudem sowohl für den Außen- wie auch den Innenraum geeignet. Handgefertigte Holzmöbel erfeuen sich großer Beliebtheit und zeitgenössische Designer wissen den Grundcharakter des Holzes innovativ zu nutzen. 

Erforschung und Verwendung neuer Holzbauysteme

Holz stellt seit Jahrtausenden ein wichtiges Baumaterial dar. Es wird weiterhin an innovativen Bausystemen und -lösungen geforscht, um die Haltbarkeit zu verbessern und die Rolle von Holz als nachhaltigem Material zu stärken. Verarbeitete Holzprodukte gewinnen in der Bauindustrie zunehmend an Bedeutung und zwar sowohl als konstruktives wie auch als architektonisches Element.

Das beim Bau verwendete Holz umfasst Produkte wie Brettschichtholz, Furnierschicht- und Furnierstreifenholz und diversen Balken. Diese technischen Holzprodukte haben sich als umweltfreundlicher und oftmals billiger erwiesen als Baumaterialien wie Stahl oder Beton.

Wirtschaftliche Eigenschaften von Holz

Das in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern heranwachsende Holz stellt ein umweltfreundliches Material dar. Es kann sowohl zur Fertigung von Möbeln, Holzhäuser, Blockhäuser, Fertighäuser, Bürogebäuden und Gewerbebauten verwendet werden. Andere industriell gefertigte Baumaterialien verursachen mehr Umweltverschmutzung und verbrauchen zudem mehr Energie und nicht erneuerbare natürliche Ressourcen. Außerdem ist Holz biologisch abbaubar, wieder verwertbar und relativ lange haltbar. Die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes hat mehrere Aufgaben: Erhalt des Ökosystemes Wald und Holz als Nutzholz wie auch als Baustoff.