Neben klassischen Neubaumaßnahmen liegt ein großes Potenzial im Bauen im Bestand. Umnutzung, Aufstockung, Dachausbau, Ergänzungsbauten und Nachverdichtung gewinnen an Bedeutung, weil zusätzlicher Wohnraum in bestehenden Quartieren entstehen kann, ohne neue Bauflächen am Stadtrand auszuweisen.
Gerade in Ballungszentren ist das ein entscheidender Vorteil: vorhandene Grundstücke, Erschließung, Infrastruktur und Quartiersstrukturen können besser genutzt werden. Das Statistische Bundesamt ordnet Sanierungen und andere wertsteigernde Maßnahmen am Gebäudebestand ausdrücklich den Bauinvestitionen zu; das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) weist für 2022 allein im Wohnungsbau ein Bestandsvolumen von rund 189 Milliarden Euro aus.
Für solche Bauaufgaben eignet sich die Holzbauweise besonders gut, weil Holz vergleichsweise leicht ist, sich präzise vorfertigen lässt und auf der Baustelle kurze Montagezeiten ermöglichen kann. Bei Aufstockungen, Ergänzungsbauten und seriellen Sanierungen kann das bestehende Umfeld dadurch weniger belastet werden.
Entscheidend ist jedoch die frühe Prüfung des Bestands: Tragfähigkeit, Brandschutz, Schallschutz, Erschließung, Genehmigungsfähigkeit, Statik, Haustechnik, Logistik und Montage müssen von Beginn an zusammengedacht werden.
| Maßnahme der Nachverdichtung | Nutzen für Quartier und Bauprojekt |
|---|---|
| Aufstockung | Bestehende Gebäude erhalten zusätzliche Geschosse und damit neue Wohn- oder Nutzflächen. Die leichte Holzbauweise kann die Bestandsstruktur entlasten und durch vorgefertigte Bauelemente die Montagezeit deutlich verkürzen. |
| Dachausbau | Ungenutzte Dachräume werden zu wertvollem Wohnraum weiterentwickelt. So lässt sich zusätzliche Fläche schaffen, ohne das Quartier stark zu verändern oder neue Grundstücksflächen zu beanspruchen. |
| Lückenschluss | Baulücken im bestehenden Stadtgefüge werden für neue Wohn- oder Mischgebäude genutzt. Holzbau kann hier durch Vorfertigung, kurze Bauzeiten und präzise Baustellenlogistik besonders im engen urbanen Raum Vorteile bieten. |
| Ergänzungsbau | Freie Flächen im Quartier, Innenhöfe oder Randbereiche werden sinnvoll ergänzt. Dadurch entsteht neuer Wohnraum innerhalb vorhandener Infrastruktur, ohne ein neues Baugebiet am Stadtrand auszuweisen. |
| Umnutzung | Bestehende Gebäude erhalten eine neue Funktion, etwa von Gewerbe zu Wohnen. Holzbauelemente können helfen, Grundrisse anzupassen, Gebäude zu erweitern oder den Bestand energetisch aufzuwerten. |
| Serielle Sanierung | Bestandsgebäude werden mit vorgefertigten Fassaden-, Dach- oder Technikmodulen modernisiert. Das kann Sanierungszeiten verkürzen, die Energieeffizienz verbessern und den Wohnwert im Bestand erhöhen. |