Nachverdichtung in Holzbauweise

Wohnraum schaffen durch Aufstockung, Ergänzungsbauten und urbane Holzbaukonzepte

Auf den wachsenden Bedarf an Wohnraum in Ballungszentren wie München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg oder Berlin reagieren Städte und Wohnungsunternehmen zunehmend mit der Nachverdichtung bestehender Quartiere. Dazu gehören Aufstockungen, Ergänzungsbauten, Lückenschließungen und die bessere Nutzung vorhandener Grundstücksflächen.

Die Holzbauweise bietet dafür besondere Vorteile: Holz ist vergleichsweise leicht, gut vorfertigbar und eignet sich deshalb besonders für Aufstockungen und Bauaufgaben im urbanen Bestand. Vorgefertigte Holzbauelemente können Bauzeiten verkürzen, Baustellenabläufe verbessern und Eingriffe in bestehende Wohnquartiere reduzieren.

Auch bauordnungsrechtlich hat sich der Holzbau in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. In mehreren Bundesländern wurden die Rahmenbedingungen für mehrgeschossiges Bauen mit Holz verbessert. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für den urbanen Holzbau, insbesondere bei Nachverdichtung, Aufstockung, serieller Sanierung und mehrgeschossigem Wohnungsbau.

Entscheidend bleibt jedoch die frühe Planung: Tragwerk, Brandschutz, Schallschutz, Bestand, Statik, Logistik, Vorfertigung und Montage müssen von Beginn an zusammengedacht werden. Dann kann die Holzbauweise einen wichtigen Beitrag leisten, um zusätzlichen Wohnraum im Bestand schneller, ressourceneffizienter und quartierverträglich zu schaffen.

Bauen ohne neues Grundstück: Wohnraum im Bestand schaffen

Neben klassischen Neubaumaßnahmen liegt ein großes Potenzial im Bauen im Bestand. Umnutzung, Aufstockung, Dachausbau, Ergänzungsbauten und Nachverdichtung gewinnen an Bedeutung, weil zusätzlicher Wohnraum in bestehenden Quartieren entstehen kann, ohne neue Bauflächen am Stadtrand auszuweisen.

Gerade in Ballungszentren ist das ein entscheidender Vorteil: vorhandene Grundstücke, Erschließung, Infrastruktur und Quartiersstrukturen können besser genutzt werden. Das Statistische Bundesamt ordnet Sanierungen und andere wertsteigernde Maßnahmen am Gebäudebestand ausdrücklich den Bauinvestitionen zu; das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) weist für 2022 allein im Wohnungsbau ein Bestandsvolumen von rund 189 Milliarden Euro aus.

Für solche Bauaufgaben eignet sich die Holzbauweise besonders gut, weil Holz vergleichsweise leicht ist, sich präzise vorfertigen lässt und auf der Baustelle kurze Montagezeiten ermöglichen kann. Bei Aufstockungen, Ergänzungsbauten und seriellen Sanierungen kann das bestehende Umfeld dadurch weniger belastet werden.

Entscheidend ist jedoch die frühe Prüfung des Bestands: Tragfähigkeit, Brandschutz, Schallschutz, Erschließung, Genehmigungsfähigkeit, Statik, Haustechnik, Logistik und Montage müssen von Beginn an zusammengedacht werden.

Nachverdichtung: Wohnraum schaffen im bestehenden Quartier

Bauen im Bestand – mit Aufstockung, Ergänzung und serieller Holzbauweise

Maßnahme der NachverdichtungNutzen für Quartier und Bauprojekt
AufstockungBestehende Gebäude erhalten zusätzliche Geschosse und damit neue Wohn- oder Nutzflächen. Die leichte Holzbauweise kann die Bestandsstruktur entlasten und durch vorgefertigte Bauelemente die Montagezeit deutlich verkürzen.
DachausbauUngenutzte Dachräume werden zu wertvollem Wohnraum weiterentwickelt. So lässt sich zusätzliche Fläche schaffen, ohne das Quartier stark zu verändern oder neue Grundstücksflächen zu beanspruchen.
LückenschlussBaulücken im bestehenden Stadtgefüge werden für neue Wohn- oder Mischgebäude genutzt. Holzbau kann hier durch Vorfertigung, kurze Bauzeiten und präzise Baustellenlogistik besonders im engen urbanen Raum Vorteile bieten.
ErgänzungsbauFreie Flächen im Quartier, Innenhöfe oder Randbereiche werden sinnvoll ergänzt. Dadurch entsteht neuer Wohnraum innerhalb vorhandener Infrastruktur, ohne ein neues Baugebiet am Stadtrand auszuweisen.
UmnutzungBestehende Gebäude erhalten eine neue Funktion, etwa von Gewerbe zu Wohnen. Holzbauelemente können helfen, Grundrisse anzupassen, Gebäude zu erweitern oder den Bestand energetisch aufzuwerten.
Serielle SanierungBestandsgebäude werden mit vorgefertigten Fassaden-, Dach- oder Technikmodulen modernisiert. Das kann Sanierungszeiten verkürzen, die Energieeffizienz verbessern und den Wohnwert im Bestand erhöhen.

Mehr Wohnraum im Bestand – schneller, leichter und quartierverträglicher mit Holzbauweise.