Häuser im Bauhausstil bauen

Bauhaus Architektur mit klarer Formensprache

Das Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet und entwickelte sich zu einer der einflussreichsten Gestaltungs- und Architekturschulen des 20. Jahrhunderts. Die Verbindung von Architektur, Kunst, Handwerk und funktionaler Gestaltung prägt bis heute zahlreiche moderne Gebäude.

Typisch für Häuser im Bauhausstil sind klare geometrische Formen, reduzierte Fassaden, Flachdächer oder flach geneigte Dächer sowie großzügige Fensterflächen. Kubische Baukörper und eine funktionale Grundrissgestaltung bestimmen häufig das Erscheinungsbild.

Auch im modernen Holzfertigbau lassen sich diese architektonischen Prinzipien aufgreifen und mit individuell geplanten Grundrissen, unterschiedlichen Fassadenmaterialien und zeitgemäßer Gebäudetechnik verbinden.

Bauhausstil in Holzbauweise

Was versteht man unter einem Bauhausstil?

Der Bauhausstil steht für eine klare, reduzierte Formensprache und funktionale Architektur. Typisch sind kubische Baukörper, gerade Linien, Flachdächer oder flach geneigte Dächer sowie großzügige Fensterflächen. Auf dekorative Elemente wird weitgehend verzichtet; stattdessen bestimmen Proportionen, Funktion und Materialität das Erscheinungsbild.

Ein bedeutendes Beispiel für die Architektur der Klassischen Moderne und des Neuen Bauens ist die Weissenhofsiedlung in Stuttgart. Sie entstand 1927 im Rahmen der Werkbundausstellung „Die Wohnung“ unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Mies van der Rohe. Zu den beteiligten Architekten gehörten unter anderem Walter Gropius, Le Corbusier, Hans Scharoun und weitere international bekannte Vertreter der modernen Architektur.

Die Weissenhofsiedlung steht für neue Vorstellungen vom Wohnen, für funktionale Grundrisse, kubische Baukörper, Flachdächer und eine reduzierte Architektursprache. 2027 feiert die Stuttgarter Weissenhofsiedlung ihr 100-jähriges Jubiläum. Zugleich präsentiert die Internationale Bauausstellung IBA’27 StadtRegion Stuttgart ihre Projekte und Ergebnisse – hundert Jahre nach der wegweisenden Werkbundausstellung von 1927.

Auch in moderner Holzbauweise lassen sich Häuser mit dieser klaren Architektursprache realisieren. Holzrahmen-, Holztafel- und Massivholzbau ermöglichen kubische Gebäudeformen, große Fensteröffnungen und individuell geplante Grundrisse. Dabei muss die konstruktive Holzbauweise von außen nicht sichtbar sein: Putzfassaden, Holzfassaden oder Materialkombinationen können entsprechend dem architektonischen Konzept eingesetzt werden.

So lassen sich die Prinzipien der klassischen Moderne mit den heutigen Möglichkeiten des Holzfertigbaus verbinden – von klaren Gebäudeformen und offenen Grundrissen bis zu individuell geplanten Hauskonzepten mit zeitgemäßer Gebäudetechnik.

Einfamilienhaus Kornfeld

Kubushaus im Bauhausstil mit regionalen Akzenten

Für einen solchen Entwurf braucht es eine aufgeschlossene Baufamilie, einen individuell planenden Architekten und einen Holzbau-Hersteller, der ungewöhnliche Lösungen umsetzen kann. Das Einfamilienhaus Kornfeld zeigt das Ergebnis: ein dreiteiliges Kubushaus mit unterschiedlichen Gebäudehöhen, Flachdächern und einer markanten Kombination aus weißem Putz und Lärchenholz. Das Haus wurde auf einem Hanggrundstück im Süden Baden-Württembergs errichtet. Seine Architektur orientiert sich am Bauhausstil, übernimmt dessen klassische Strenge jedoch nicht unverändert. Die unterschiedlich hohen Baukörper lockern die Kubatur auf und geben dem Gebäude einen eigenständigen Charakter.

Einfamilienhaus Kornfeld, Sonnleitner Holzhausbau

Das Bauhaus in Dessau – Walter Gropius und die Moderne

Das 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete Bauhaus verlegte 1925 seinen Sitz nach Dessau. Dort begann die produktivste und prägendste Phase der Hochschule für Gestaltung. Walter Gropius leitete das Bauhaus in Dessau bis 1928, ihm folgten Hannes Meyer von 1928 bis 1930 und Ludwig Mies van der Rohe ab 1930. Alle drei Direktoren entwickelten die Ideen des Bauhauses weiter und setzten unterschiedliche Schwerpunkte in Architektur, Gestaltung und Lehre.

In Dessau entstanden zahlreiche Gebäude, die heute zu den bedeutendsten Zeugnissen der Architekturmoderne des 20. Jahrhunderts zählen. Dazu gehören das von Walter Gropius entworfene Bauhausgebäude, die Meisterhäuser und die Siedlung Dessau-Törten. Auch die unter der Leitung von Hannes Meyer entstandenen Laubenganghäuser gehören zum architektonischen Erbe des Bauhauses.

Das Bauhausgebäude und die Meisterhäuser wurden bereits 1996 in die UNESCO-Welterbestätte „Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau“ aufgenommen. 2017 wurde das Welterbe unter anderem um die Dessauer Laubenganghäuser erweitert.

Die Grundideen des Bauhauses wirken bis heute fort: klare Formen, funktionale Grundrisse, eine enge Verbindung von Gestaltung und Konstruktion sowie die Beschäftigung mit industrieller und serieller Fertigung. Gerade diese Prinzipien finden sich auch in vielen heutigen Architektur- und Holzbaukonzepten wieder.

Bauhaus Museum

Das Bauhaus Museum Dessau wurde 2019 anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums eröffnet. Es präsentiert die Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau mit heute mehr als 50.000 Objekten. Nach dem Bauhaus-Archiv in Berlin verfügt die Stiftung damit über die zweitgrößte Bauhaus-Sammlung weltweit.

Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der Dessauer Bauhaus-Zeit von 1925 bis 1932. Dazu gehören unter anderem Arbeiten von Studierenden und Lehrenden, Entwürfe, Prototypen und Dokumente aus den Werkstätten des Bauhauses.

In der Dauerausstellung „Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung“ werden mehr als 1.000 Exponate gezeigt. Sie vermitteln das Bauhaus nicht nur als Architekturschule, sondern auch als Ort des Lernens, Experimentierens und der Entwicklung neuer Gestaltungsideen.

Bauhaus Museum Dessau