Holzhybridbau

Holz und Beton werden zur mehrgeschossigen Holzhybridbauweise

Beim Holzhybridbau werden die Materialien Holz, Beton und Stahl mit ihren jeweiligen Stärken vereint. Holz als nachhaltiger Baustoff und tragendes Element für die Gebäudehülle dominiert bei der Holzhybridbauweise. Beton als statisches Element wird für das Fundament, Treppenaufgänge, Fahrstuhlschacht und für Betondecken verwendet. So entstehen Beton- und Holzkonstruktionen für Wohngebäude und Objektbauten in ressourcenschonender mehrgeschossiger Holzhybridbauweise.

Wie sieht eine typische Holzhybridbauweise aus?

Je nach Art des Gebäudes variiert der Holzhybridbau im konstruktiven Aufbau beim mehrgeschossigen Bauen. Typische Merkmale der Holzhybridbauweise vom Erdgeschoss ausgehend bis zur Oberkante des Gebäudes, bei dem Holz und Beton gemeinsam die statischen Lasten übernehmen, sind beispielhaft:

  • Als stabiles Fundament des Gebäudes dient ein Beton-Erdgeschoss.
  • Kellergeschoss oder Tiefgarage werden mithilfe von Stahlbeton errichtet.
  • Das zentrale Treppenhaus und Aufzugsschächte werden in Beton gegossen, wenngleich ein Aufzugsschacht konstruktiv auch in Holz machbar ist und bereits umgesetzt wurde.
  • Als nichttragende Innenwände sorgen vorgefertigte Holzrahmenwände mit Gipsplatten als Beplankung für Stabilität und Brandschutz.
  • Die Außenfassade als vorgehängte Fassadenkonstruktion in Holztafelbauweise.
  • Bei Hybridbauten werden die Decken in Beton oder Holz-Beton-Verbunddecke ausgeführt.
  • Dämmung der Installationsebene mit Mineralfaser in der Außenwandkonstruktion werde die Gefache mit Zellulosedämmung befüllt.

Der konstruktive Holzhybridbau ist ein Zusammenspiel der Fachplaner, der Architekten und des Holzbau-Unternehmens zur Gewährleistung der Architektur, Statik, Energieeffizienz, Brand- und Schallschutz des mehrgeschossigen Gebäudes.

Vorteile und Anwendung der Holzhybridbauweise

Mehrgeschossiges Bauen

Durch die Verwendung von Holz als wesentliches Baumaterial bei der Holzhybridbauweise erhält das zu bauende Gebäude eine sehr gut Ökobilanz, da Holz als CO2-Senke dient und eine klimaneutrale Bauweise darstellt. Insbesondere zeigt die Holzhybridbauweise in der Baupraxis folgende Vorteile auf:

  • Vereinfachung der Planungsprozesse durch ein einheitliches Bausystem.
  • Definiertes Tragwerksverhalten einzelner Baustoffe für BIM-Anwendung.
  • Optimale und wirtschaftliche Kombination von Holz und Beton im Objektbau.
  • Vereinheitlichte Kostenkalkulation nach Bauteilen.
  • Planer, Architekt, Holzbauer haben Zugriff auf Zeichnungen und Pläne.
  • Hohe Vorfertigung der Bauteile und Anlieferung „Just in Time“ auf der Baustelle.
  • Beschleunigter Baustellenprozess.

Die Kombination verschiedener Baumaterialien wie Holz und Beton und eine integrale Planung schafft nachhaltige, wirtschaftliche und energieeffiziente mehrgeschossige Wohngebäude, Bürogebäude und Produktionsgebäude.

Der mehrgeschossige Holzhybridbau eignet sich neben dem Bau von Wohnanlagen außerdem für Aufstockungen von Parkgebäuden und für den Bau von Holz-Hochhäusern.

 

Mehrgeschossiger Holzbau

Das Prinzip Cradle to Cradle

Fazit zum Potential der Holz-Hybridbauweise

Der mehrgeschossige Holz-Hybridbau ist ein Bausystem, mit dem schnell und flexibel Gebäude, vor allem im Büro- und Verwaltungsbau, wie auch im mehrgeschossigen Wohnungsbau wirtschaftlich erstellt werden können. Dabei werden die verschiedenen Materialien wie Holz, Stahlbeton und Stahl zu einer hybriden Konstruktion vorteilhaft zusammengefügt. Die Vorteile einer auf Holzwänden gelagerten Spannbetondecke sind relativ offensichtlich. Die ressourcenschonende und kostenoptimierte Hybridbauweise vermag in vielen Fällen die Nachteile des jeweiligen Bausystems zu vermeiden und mittelmäßigen Primärenergieaufwand bei der Herstellung mit hohem Komfort in der Nutzung zu verbinden. Im mehrgeschossigen Bauen gewinnt diese Bauweise auch aufgrund der Nachfrage von Projektentwicklern und Investoren an Bedeutung.

„Holz 5“ der Schankula-Architekten

Fünfgeschossiger Holz-Hybridbau überzeugt im mehrgeschossigen Bauen

Das Gebäudekonzept stellt einen Prototypen zur Nachverdichtung im städtischen Raum dar. Das Wohnhaus steht als Kopfbau vor einem bestehenden dreigeschossigen Mehrfamilienhaus. Beide sind über ein Treppenhaus miteinander verbunden.

Das neue Gebäude stellt eine Weiterentwicklung des reinen Holzbaus dar, indem es die Vorteile der Holzbauweise mit den Vorzügen von Beton-Fertigelementen verbindet. Die Außenhülle besteht aus Holzständerwänden mit 30 cm Wärmedämmung und einer sägerauhen Holzaußenbekleidung. Die tragende Innenwände sind als Stahlbetonhohlwände und die Decken als Spannbeton-Hohldielen realisiert. Nach Montage der Innen- und Außenwände wurden die Decken aufgelegt und zusammen mit den Hohlwänden vergossen. Die Bauzeit des Rohbaus mit Außenhülle betrug nur fünf Wochen.

Das fünfgeschossige Holz-Beton-Hybridhaus „Holz 5“ der Schankula-Architekten, München auf dem B&O-Gelände in Bad Aibling ist ein Paradebeispiel für das verdichtete Bauen in der Stadt. In der „City of Wood“ zeigt der „H5“ auf 5 Stockwerken die Vorteile der Kombination aus Holz-und Betonelementen.

„Holz 5“ der Schankula-Architekten, Huber & Sohn