Brettsperrholz ist ein industriell gefertigtes Massivholzprodukt aus mindestens drei kreuzweise verklebten Brettlagen. Diese kreuzweise Anordnung reduziert das materialtypische Quellen und Schwinden quer zur Faserrichtung erheblich und sorgt für hohe Formstabilität und Steifigkeit.
Dadurch entsteht ein flächiges Tragwerkselement, das sowohl vertikale Gebäudelasten als auch horizontale Lasten aus Wind und Gebäudeaussteifung aufnehmen kann. Als Wand wirkt Brettsperrholz als tragende Scheibe, als Decke als lastverteilende Platte – so lassen sich konstruktiv leistungsfähige Gebäude bei vergleichsweise geringem Eigengewicht realisieren.
Großformatige Bauteile werden auf Grundlage digitaler Planungsdaten im Werk produziert. Brettsperrholz eignet sich dabei besonders gut für digital gesteuerte Planungs- und Fertigungsprozesse – aus dem 3D-Gebäudemodell lassen sich direkt Werkstatt- und Fertigungsdaten für die Produktion der einzelnen Elemente ableiten.
Auf Basis dieser Planungsdaten entstehen die großformatigen Bauteile im Werk:
Auf der Baustelle werden die fertigen Elemente dann in kurzer Zeit montiert.
Der hohe Vorfertigungsgrad verlangt eine enge Koordination zwischen Architektur, Tragwerksplanung, Brandschutz, Bauphysik, Gebäudetechnik und Holzbauunternehmen. Wichtige Punkte, die vor Produktionsbeginn feststehen müssen:
Nachträgliche Durchbrüche oder Bohrungen an tragenden Brettsperrholzelementen sind nur nach Prüfung durch die Tragwerksplanung zulässig.
Aus einem koordinierten digitalen Modell entstehen präzise Bauteile, die auf der Baustelle in geplanter Reihenfolge montiert werden. Das verkürzt Bauzeiten und reduziert Schnittstellenfehler.
Brettsperrholz erweitert die konstruktiven Möglichkeiten im Holzbau erheblich. Statt nur Balken, Trägern und Stützen wie im traditionellen Holzbau entstehen damit massive, flächige Wände, Decken und Dächer.
Am wirtschaftlichsten ist der Einsatz, wenn Gebäude früh auf wiederkehrende Raster, standardisierte Bauteile und serielle Fertigung ausgelegt werden.
Wichtig: Brettsperrholz einfach als 1:1-Ersatz für eine fertig geplante Beton- oder Mauerwerkskonstruktion einzusetzen, verschenkt Potenzial. Die eigentlichen Vorteile zeigen sich erst, wenn Tragwerk, Gebäuderaster, Vorfertigung und Montage von Beginn an konsequent auf das Holzbausystem abgestimmt sind.
Übersicht Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Brettsperrholz im modernen Holzbau:
Fazit: Brettsperrholz verbindet Tragfähigkeit, Vorfertigung und architektonische Qualität. Seine größten Vorteile entstehen durch eine integrale Planung, bei der Tragwerk, Bauphysik, Gebäudetechnik, Fertigung und Montage frühzeitig zusammengeführt werden.
Im Holzhybridbau wird Brettsperrholz gezielt mit Brettschichtholz, Stahl oder Beton kombiniert. Dabei übernimmt jeder Baustoff die Aufgaben, für die er konstruktiv und wirtschaftlich besonders geeignet ist.
Brettschichtholz kann als Stützen- und Trägersystem eingesetzt werden, während Brettsperrholz die Decken-, Dach- oder Wandelemente bildet. Beton kommt beispielsweise bei Gründungen, Untergeschossen, Erschließungskernen oder als Aufbeton einer Holz-Beton-Verbunddecke zur Anwendung. Stahl wird vor allem für Verbindungsmittel, Zugglieder, Aussteifungen oder hoch beanspruchte Anschlussdetails verwendet.
Diese Kombinationen ermöglichen tragfähige und flexible Gebäudestrukturen. Im mehrgeschossigen Wohnungsbau und bei Bürogebäuden können Holzskelettsysteme mit Brettsperrholzdecken größere Grundrissflexibilität bieten als ausschließlich tragende Wandkonstruktionen. Bei Holzhochhäusern werden Brettsperrholzbauteile häufig mit Brettschichtholztragwerken und mineralischen Erschließungs- oder Aussteifungskernen kombiniert.
Hybrides Bauen bedeutet dabei nicht, möglichst viele Materialien einzusetzen. Ziel ist eine materialgerechte Konstruktion, die Tragfähigkeit, Brandschutz, Schallschutz, Vorfertigung, Rückbaubarkeit und Wirtschaftlichkeit miteinander verbindet.
Als Wandelement übernimmt Brettsperrholz tragende und aussteifende Funktionen. Die großformatigen Elemente können Geschosslasten aufnehmen und horizontale Kräfte in Fundamente oder andere aussteifende Bauteile weiterleiten. Außenwände werden abhängig vom energetischen und gestalterischen Konzept durch Dämmung, Fassadenaufbau und Witterungsschutz ergänzt.
Bei Innenwänden kann Brettsperrholz als tragende Wand, Wohnungstrennwand, Gebäudeschotte oder aussteifende Scheibe eingesetzt werden. Die Anforderungen an Brand- und Schallschutz werden durch den vollständigen Bauteilaufbau und nicht allein durch die Dicke der Holzplatte erfüllt.
Brettsperrholzdecken wirken als flächige Platten. Sie können auf tragenden Wänden, Brettschichtholzträgern oder Stützen aufgelagert werden. Im Dachbereich ermöglicht Brettsperrholz großformatige, formstabile Konstruktionen, die schnell geschlossen und mit weiteren Funktionsschichten ergänzt werden können.
Elementabmessungen, Plattenaufbau, Lagendicken, Festigkeitskennwerte und zulässige Spannweiten unterscheiden sich je nach Hersteller und Produktzulassung. Brettsperrholz ist deshalb nicht ohne erneute technische Prüfung durch ein vermeintlich vergleichbares Produkt eines anderen Herstellers austauschbar.