leanWOOD – Forschungsergebnisse

Optimierte Planungsprozesse für Gebäude in vorgefertigter Holzbauweise

Der Lehrstuhl Entwerfen und Holzbau der Fakultät der Architektur an der Technischen Universität München geht in ihrem Forschungsprojekt leanWOOD (lean – englisch für schlank im Sinne einer schlanken Produktion; abgeleitet von der Idee des lean managments) der Frage nach, wie man die Komplexität im Bauwesen reduzieren kann.

Der moderne Holzbau zeichnet sich durch die Produktion von Bauelementen in der Werkstatt mit hohem Vorfertigungsgrad aus. Die Vorfertigung ist eine Prämisse der Wirtschaftlichkeit sowie der Qualitätssteigerung, erfordert aber eine vertiefte Planung, die die Fertigung der Bauelemente, deren Transportlogistik und die Montage berücksichtigt.

Die traditionellen Bauweisen, die sich vor allem auf die Vor-Ort-Produktion konzentrieren, haben seit Jahrzehnten den Rahmen der Organisation des Projektablaufs und der Gesetzgebung geprägt. Für einen störungsfreien Planungs- und Bauablauf beim vorgefertigten Holzbau ist die heute übliche Projektorganisation mit den separierten Einzelschritten Planung, Ausschreibung, Produktion und Montage eine große Erschwernis, da in der Regel die notwendige Holzbaukompetenz zu spät in den Planungsprozess eingebunden wird und somit meist entscheidendes Wissen für eine holzbaugerechte Ausführungsplanung fehlt.

Aufgrund der Komplexität und der vielfältigen Anforderungen stellt der Holzbau die meisten Architekten und Ingenieure, vor allem beim mehrgeschossigen Bauen, vor große Herausforderungen. Das Planungsteam ist daher auf die frühe Einbindung von Holzbauspezialisten angewiesen.

Erklärtes Ziel des Forschungsprojekts leanWOOD ist daher die Entwicklung von neuen Organisations- und Prozessmodellen für den vorgefertigten Holzbau vor dem Hintergrund innovativer Planungsprozesse und Kooperationsmodelle. »lean« zielt dabei auf die »schlanke« Abwicklung von Prozessen und die effiziente wie effektive Koordination der Akteure.

Aufbauend auf den existierenden gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Bauwesen, werden Lösungsvorschläge ausgearbeitet, wie sich beispielsweise das Leistungsbild der Planer aufgrund der erhöhten Anforderungen der Vorfertigung im Rahmen der gültigen nationalen Honorar- und Vergabeordnung anpassen lässt. Des Weiteren werden die Schnittstellen und Verantwortlichkeiten zwischen den am Planungsprozess beteiligten Fachleuten geklärt.

Eine Übersicht über das Berufsbild des Holzbauingenieurs nach Schweizer Vorbild zeigt, wie Wissenslücken in einem frühen Stadium des Planungsprozesses geschlossen werden können. Vor diesem Hintergrund werden Vorschläge zur Ausbildung und Honorierung des Holzbauingenieurs dargelegt.

Eine Zusammenfassung des Forschungsberichts haben Professor Hermann Kaufmann, Wolfgang Huß, Sandra Schuster und Manfred Stieglmaier veröffentlicht. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.


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