4 Schritte zum Holzhaus

Holzrahmenbau (Holzständerbau, Holzriegelbau)

Auch Holzständerbau oder Holzriegelbau genannt. Skelettförmige Bauweise mit plattenförmige Wandbaustoffe und diagonal aufgebrachte Bretter

Der Holzrahmenbau ist eine einfache und auch im Vergleich mit anderen Bausystemen effiziente und kostengünstige Methode ein Eigenheim zu bauen. Ob als Einfamilienhaus, Bungalow, Reihenhaus oder im mehrgeschossigen Bauen als Holztafelbau. Der nachwachsende Baustoff Holz bietet ein behagliches und gesundes Raumklima. Holz ist überall verfügbar, leicht und trocken zu verarbeiten.

Häuser in Holzrahmenbauweise verfügen über eine ausgezeichnete Wärmedämmung durch einen speziellen Wandaufbau. Der Holzrahmenbau ist eines der flexibelsten Holzbausysteme, weil jegliche Haus-Grundrisse damit vereinbar sind. Verschiedenste Anforderungen, Nutzungskonzepte und Wünsche der Hauseigentümer können mit der Holzrahmenbauweise auch später bedarfsgerecht angepasst werden. 

Holzrahmenbau, Holzständerbau, Holzriegelbau
Holzrahmenbau, Holzständerbau, Holzriegelbau

Holzrahmenbau und Holzrahmenhäuser

Bei der Holzrahmenbauweise wird unter den Rahmen ein Schwellbalken (meist mit Feder) mittels Maueranker befestigt. Das gleiche gilt für den oberen Abschluß mit dem "Rähm".

Eine kostengünstige Planung und Fertigung wird dadurch erreicht: durch standardisierte Querschnitte der Rahmenhölzer, große, auch über mehrere Geschosse (balloon framing) verlaufende Plattenmaße. Das übliche Rastermaß von 62,5 cm für den Achsabstand der senkrechten Rahmenhölzer gilt für den Holzrahmenbau. 

Herkunft und Entstehungsgeschichte des Holzrahmenbaus

Aus der früheren Fachwerkbauweise ist der heutige moderne Holzrahmenbau entstanden. Ausgehend von Nordamerika kam der Holzrahmenbau Anfang des 19. Jahrhunderts nach Deutschland, Österreich, Schweiz. Holzsparende Details der nordamerikanischen Leichtbauweise (Timber-Frame-Construction) wurden in den Holzrahmenbau übernommen und weiterentwickelt.

Heute bauen die Fertighaushersteller und Zimmereien beim Hausbau meistens auf die Holzrahmenbauweise. Sie ist dem Holzständerbau, Holzriegelbau und dem Holztafelbau ähnlich. Mit der industriellen Fertigung von Gipskartonplatten und plattenförmiger Holzwerkstoffe konnten komplette Wandelemente effizient produziert werden. Selber Bauen lohnt sich daher nicht mehr. Vielmehr ist eine tüv-geprüfte Qualitätssicherung der Bauelemente im Holzrahmenbau üblich. Wandaufbau und Konstruktion der Holzrahmenbauweise spiegelt sich auch bei der Holztafelbauweise wieder. Hier werden in der Werkhalle großformatige und bereits vollständig gedämmte Wand- und Deckenelemente vorgefertigt und „just in time“ zur Baustelle  transportiert.

Unterscheidung Holzrahmenbau und Holztafelbau

Der Holzrahmenbau eignet sich als flexibles Holzbausystem zur Erstellung von Holzhäusern, Dachaufstockungen und Anbauten. Beim Holzrahmenbau werden für das zu bauende Haus Wände und Decken aus Holz produziert. Das tragende Holzgerüst ist ein Holzrahmen, der aus Balken zusammengesetzt ist. Im Holzrahmenbau werden die Zwischenräume der Wände immer vollständig mit Dämmstoffen ausgefüllt. Dies wird meist nach der Montage des Holzrahmens auf der Bodenplatte bzw. Oberkante Kellerdecke beim Rohbau ausgeführt. Die Innenseite der Holzrahmenwand wird meist mit OSB-Platten oder Gipsfaserplatten geschlossen. Auf auf der Außenseite mit Holzfaserplatten. Die Außenfassade kann individuell gestaltet werden: aus angebrachten Holzlamellen, Putzfassade oder Klinker. Ganz wie es beleibt.

Im mehrgeschossigen Bauen wird neben dem Holzrahmenbau auch der Holztafelbau angewandt. Hier werden großformatige und bereits vollständig gedämmte Wand- und Deckenelemente in der Werkhalle komplett vorgefertigt. Das heißt, sämtliche Installationsleitungen, beidseitige Beplankung und Dämmmaterial sind schon ab Werk eingebaut. Vorteil: die Montage auf der Baustelle wird dadurch enorm beschleunigt.

Fertighäuser aus Holz mit KfW-Förderung

In Skandinavien und den Alpenländern Schweiz, Österreich, Südtirol in denen strengere Winter herrschen als in Deutschland,  ist der Holzrahmenbau seit langem weit verbreitet. Denn selbst bei geringerer Wandstärke als im Vergleich zum traditionellen Massivbau, besitzt er eine ausgezeichnete Wärmedämmung. Die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) in Deutschland werden im Holzrahmenbau mehr als erfüllt.

Jedes Holzrahmenhaus ist aufgrund der ausreichenden Dämmstärke der Wände und Decken mindestens ein Niedrigenergiehaus. Holzrahmenhäuser erreichen bei entsprechender Planung selbst Passivhaus-Standard. Die allermeisten Fertighäuser aus Holz die im Holzrahmenbau gebaut werden, erfüllen die Anforderungen an die KfW-Förderung für KfW 55, 40 und 40 plus. Zudem profitiert der Bauherr von der vergleichsweise geringeren Wandstärke gegenüber dem massiven Steinhaus über einen Raumgewinn von circa 10 % mehr Wohnfläche im Haus.

Bautafel eines Holzfertighauses in Holzrahmenbauweise
Bauweise Holzständerbauweise
U-Wert Außenwand 0,152 W/m²K
Fassade Holzlamellenfassade
Abmessungen 9,38 m x 10,47 m
Wohnfläche EG 72,05 m², DG 72,25 m²;
Gesamtwohnfläche 144,30 m²
Dach Satteldach, Dachelemente mit Vollsparrendämmung,
U-Wert Dach 0,145 W/m²K
Heizwärmebedarf 42,89 kWh/m²a
Heizung Kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung
Fenster 3fach Verglasung
U-Wert Verglasung 0,5 W/m²K
Energiestandard KfW Effizienzhaus 55 gefördert

Holzrahmenbau Kosten - Preise und Kosten

Eine kostengünstige Planung und Fertigung im Holzrahmenbau wird allein dadurch schon erreicht, dass standardisierte Querschnitte der Rahmenhölzer, Konstruktionsvollholz und plattenförmige Holzwerkstoffe Verwendung finden. Der Preis eines Hauses hängt von vielen Faktoren ab. Welche Wandstärke, welches Bausystem wird verwendet? Holzweichfaserdämmung oder synthetische Dämmung? Deshalb lohnt sich das Vergleichen von Baukonstruktionen und der Verwendung ökologischer unbedenklicher Baustoffe. Das Leben in einem Holzhaus vermittelt ein unvergleichliches Gefühl. Das Raumklima wird als absolut angenehm empfunden. Temperatur und Luftfeuchtigkeit bleiben stabil. Die Bewohner eines Holzhauses beschwören die hohe Wohngesundheit und den positiven Einfluss auf das persönliche Wohlempfinden. Im Winter behaglich warm durch die hohe Wärmedämm- und Speicherwirkung des Holzes. Im Sommer angenehm kühl, da die gute Dämmung eine zu hohe Erwärmung verhindert. Besprechen sie ihre Planungen mit den Holzhaus-Herstellern auf diesem Portal und holen sie sich dort ein Angebot, damit sie eine preisliche Vorstellung von ihrem Traumhaus bekommen. 

Holzständerbauweise und Holzständerhaus

Die heutige Holzständerbauweise ist im Gegensatz zum Ständerblockbohlenbau des späten Mittelalters eine abgespeckte, modifizierte Skelettbauweise mit stumpfstoßenden Ständer-, Rähm- und Schwellenkanthölzern. Der Vorfertigungsgrad ist geringer, die Vorfertigung betrifft in erster Linie das zimmermannsmäßige Abbinden in Werkhallen oder Zimmereien. Innerhalb der Bauweise Holzständerbau finden auch konstruktive Elemente des modernen Skelettbaus Verwendung - daher sind weite Abstände der Holzständer im Holzhaus und damit eine großzügige, offene Bauweise (z.B. für eine Galerie) möglich.

Konstruktion und Dämmung im ökologischen Holzrahmenbau

Jede Gebäudehülle benötigt einen Rahmen. Der Rahmen wird vorzugsweise aus Konstruktionsvollholz (KVH) gebaut. Für den Holzrahmenbau gilt als übliches Rastermaß für den Achsabstand der senkrechten Rahmenhölzer von 62,5 cm. Die Beplankung des Rahmens dient der Aussteifung und die Rippen bilde die Gefache des Rahmens aus. Die Kombination von Gefachdämmung und tragendem Holzrahmen ermöglicht die optimale energetische Nutzung der gesamten Wandtiefe. Komplette Holzrahmenwände werden mit gedämmter hinterlüfteter Fassade und einer Installationsebene versehen. Bevor die Beplankung geschlossen wird,  können Steinwolle, Flachs, Hanf oder Holzweichfaser als Dämmstoff zwischen dem Holzrahmen in die Gefache eingepasst werden. Als aussteifendes Element gelangen meist OSB Plattenwerkstoffe als Wand-, Decken- und Dachbeplankung zur Anwendung. Fenster und Türen können unabhängig vom Konstruktionsraster beliebig platziert werden. Holzrahmenbauwände können per Einblasdämmung ebenso mit losen Dämmstoffen wie z.B. Zellulose befüllt werden. Der Dämmstoff wird im Gefach trocken holhlraumfrei eingeblasen. Der Einbau kann entweder mit einer mobilen Einblasmaschine auf der Baustelle oder bereits im Herstellwerk erfolgen.

Vorteile und Nachteile im Holzrahmenbau

Die Vorteile (siehe Auflistung) überwiegen bei weitem bei der Holzrahmenbauweise. Nachteile resultieren meist aus Vorurteilen. Mancherorts gilt das Vorurteil, dass Holzhäuser hellhörig wären. Dieser vermeintliche Nachteil lässt sich durch eine intelligente Konstruktion der Bauteile lösen. Ein mehrschichtiger Aufbau von Wänden und Decken sorgt mit Leichtigkeit dafür, die baurechtlichen Anforderung im Schallschutz zu übertreffen.

Zum Thema Brandverhalten von Holz als vermeintlicher Nachteil im Holzbau sei erwähnt, dass Holzhäuser nicht öfter brennen als massive Häuser. Holz brennt zwar, aber nur sehr langsam und berechenbar. Hier eine kompetente Aussage dazu von Prof. Stefan Winter, der den Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion an der Technischen Universität München innehat: "Moderne Holzhäuser erfüllen nicht nur die gesetzlichen Brandschutzanforderungen, sie können mehr! Sie weisen einen Feuerwiderstand von 30 bis 60 Minuten auf und übertreffen damit zum Teil die Vorgaben der Bauordnungen für Ein- und Zweifamilienhäuser.

Die Vorteile im Holzrahmenbau im Einzelnen:

  • Holz als natürliches Baumaterial
  • optimal gedämmte, dimensionsstabile Bauteile
  • hochwertiger Wärmeschutz - im Winter wie im Sommer
  • bauphysikalisch diffusionsoffene, sehr robuste Bauteilkonstruktionen
  • hoher Beitrag zum Klimaschutz durch dauerhafte CO2-Speicherung
  • gute Wärmedämmwerte durch komplette Wandelemente
  • niedrige Heiz- und Energiekosten durch KfW-Energiestandard
  • wetterunabhängige und trockene Fertigung  der Bauelemente in der Werkhalle
  • eine kurze Bauzeit durch hohe Vorfertigung
  • alle Grundrisse durch flelxibles Rastermaß im Holzrahmenbau möglich
  • schlanke Wandaufbauten ermöglichen Wohnflächengewinne im Vergleich zum Massivbau
  • Bauherr kann ein hohes Maß an Eigenleistung einbringen und damit die Baukosten senken.
  • ökologische und voll recyclebare Bauweise

Der Holzrahmenbau bietet alle Ausbaustufen an, vom Ausbauhaus bis zum schlüsselfertigen Holzhaus oder Fertighaus. Seit der Bund Deutscher Zimmermeister 1985 mit der Anleitung "Konstruktionskatalog Holzrahmenbau" ein Standardwerk schuf, haben sich bundesweit Zimmereien und Holzbauunternehmen auf diese Bauweise spezialisiert. Nicht zuletzt durch die Entwicklung rund um das ökologische Bauen, die Nachfrage nach Ökohäusern aus dem nachwachsenden Baustoff Holz und die optimalen Wärmedämmeigenschaften von Holzhäusern geben den Zimmereien und Fertighausanbietern neue Geschäftsmöglichkeiten im Holzhausbau.

Häuser in Holzrahmenbauweise, Holzständerbauweise, Holzriegelbauweise