4 Schritte zum Holzhaus

Mehrgeschossiger Wohnungsbau

Mehrgeschossiger Wohnungsbau in Holzbauweise sorgt für mehr Wohnraum

Die Fertighausbranche mit Ihren Herstellern schwört schon lange auf den Baustoff Holz. Mit vorgefertigten Bauelementen etwa bei der Gebäudehülle und im Dachstuhlbereich. Es war eine Frage der Zeit bis der mehrgeschossige Wohnungsbau sich auf den nachwachsenden und klimaneutralen Baustoff Holz besinnt.

Die Holzsystembauweise eröffnet in diesem Zusammenhang neue Möglichkeiten. Durch Standardisierung in Planung und Produktion können große Potenziale im Bauprozess ausgeschöpft werden.

Die neuen Landesbauverordnungen in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Berlin oder Hamburg erlauben es, die Gebäudeklasse vier und fünf mit Holz zu bauen. Der Holzbau geht in die Höhe. Vier-, fünf- und siebengeschossige Wohnhäuser oder auch höhere Gebäude in Holzsystembauweise entstehen für mehr Wohnraum in den Ballungsgebieten.

Das Bauen mit Holz in Gebäudeklasse 4 (bis 13 m Höhe) und 5 (bis 22 Meter Höhe) stellt eine absolute Alternative zum bisherigen Massivbau dar. Sie ist technisch, ökologisch und auch wirtschaftlich attraktiv. Bereits geplante und gebaute Bauprojekte belegen dies nachdrücklich.

Mehrgeschossiger Wohnungsbau in Holzbauweise von Huber + Sohn, Dantebad in München
Mehrgeschossiger Wohnungsbau in Holzbauweise von Huber + Sohn, Dantebad in München

Eine reine Holzbauweise beim mehrgeschossigen Wohnungsbau ist ohnehin die Ausnahme. Die Bodenplatte, Treppenaufgänge und der Aufzugsschacht werden mit Beton erstellt. Die Gebäudehülle und der Innenbereich wird mit Holz gebaut. Durch die Symbiose von Holz mit Beton und/oder Stahl entsteht die sogenannte Holzhybridbauweise. Beispielsweise wurden in der ökologischen Mustersiedlung im Prinz-Eugen-Park in München die meisten Wohngebäude als Holzhybridbau erstellt.

Anders als bei anderen Bauweisen wird beim mehrgeschossigen Wohnungsbau in systemischer Holzbauweise eine sehr gute, genaue und bis in alle Details vollständige Planung sowie intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten vorausgesetzt. Das betrifft besonders das frühzeitige intensive Zusammenarbeiten von Tragwerks- und Brandschutzplanern, Überwachungsstellen und Ausführungsfirmen.

Trend zum Wohnen in der Stadt hält an – hoher Wohnraumbedarf

Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum vor allem in Ballungsgebieten steigt. Einer Studie des Pestel Institutes aus dem Jahre 2015 zufolge müssen in Deutschland rund 400.000 Wohnungen pro Jahr bis 2021 neu gebaut werden um den Wohnungsbedarf zu decken. Die Studie wurde für das Verbändebündnis „Sozialer Wohnungsbau“ erstellt.

In den Städten werden für ältere Menschen Mehrgenerationenhäuser benötigt. Für Studenten wird bezahlbarer Wohnraum durch Studentenwohnheime benötigt. Für die zahlreichen Kinder in den Städten müssen Kitas gebaut werden. Und für einkommensschwächere Familien ist dringend bezahlbarer Wohnraum im sozialen Wohnungsbau erforderlich. Durch die schnelle und hohe Vorfertigung im Holzbau entstehen hier Gebäude im mehrgeschossigen Wohnungsbau.

Baugenossenschaften, Quartiersentwickler, private und gewerbliche Investoren finden mit der hybriden Bauweise von Holz und Beton im mehrgeschossigen Wohnungsbau eine ökologische, wirtschaftliche und auf ihre Bedürfnisse maßgeschneiderte bauliche Lösung.

Gebäudeklassen 3, 4 und 5 im mehrgeschossigen Wohnungsbau mit Holz
Gebäudeklasse 1 frei stehende Gebäude mit einer Höhe bis zu sieben Metern und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 Quadratmetern.
Gebäudeklasse 2 Gebäude mit einer Höhe bis zu sieben Metern und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 Quadratmetern.
Gebäudeklasse 3 sonstige Gebäude mit einer Höhe bis zu sieben Metern.
Gebäudeklasse 4 Gebäude mit einer Höhe bis zu 13 Metern; Nutzungseinheiten mit jeweils nicht mehr als 400 Quadratmetern.
Gebäudeklasse 5 sonstige Gebäude mit einer Höhe bis zu 22 Metern, die nicht unter die Sonderbauten fallen.
Sonderbauten wie zum Beispiel Hochhäuser mit einer Höhe von mehr als 22 Metern oder Versammlungsstätten.

Die Gebäudeklassen geben Aufschluss über definierte Abhängigkeiten an die Standsicherheit und den vorgegebene Brandschutz, einschließlich der erforderlichen Nachweise. Die Musterbauordnung MBO 2002 teilt Gebäude in fünf Gebäudeklassen sowie Sonderbauten ein.

Die baurechtlichen Grundlagen für den mehrgeschossigen Holzbau haben die Bau-Experten Uni.-Prof. Stefan Winter und Dipl.-Ing. Martin Gräfe wie folgt zusammengestellt:

  • „Die Höhe im Sinne der MBO ist dabei jeweils das Maß der Fußbodenoberkante des höchstgelegenen Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum möglich ist - über der Geländeoberfläche im Mittel. Die Höhenbeschränkungen sind teilweise durch die Feuer-wehrausrüstung begründet, so sind 22 Meter die größte Höhe, die sich mit einem typischen Drehleiterfahrzeug noch erreichen lässt.
  • Das primäre Schutzziel im Brandschutz nach § 14 MBO lautet: "Bauliche Anlagen sind so zu errichten, [...], dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind."
  • Zur konkreten Umsetzung dieses allgemeinen Schutzziels werden in Abhängigkeit der Gebäudeklassen für tragende und ausstei­fende Bauteile einerseits Anforderungen an die Brennbarkeit der verwendeten Baustoffe und andererseits an den Grad der Feuerwiderstandsfähigkeit gestellt.
  • In diesem Punkt liegt die wesentliche Neuerung der MBO 2002 für den Holzbau: Für Gebäude in Gebäudeklasse 4 (GK4) besteht die Möglichkeit, hochfeuerhemmende Bauteile zu verwenden, "deren tragende und aussteifende Teile aus brennbaren Baustof­fen bestehen und die allseitig eine brandschutztechnisch wirksame Bekleidung aus nicht brennbaren Baustoffen (Brandschutzbekleidung) und Dämmstoffe aus nicht brennbaren Baustoffen haben". Tragende Gebäudestrukturen aus Holz sind somit bis zur Gebäudeklasse 4 ohne die Genehmigungen von Abweichungen in hochfeuerhemmender Bauweise möglich geworden.“
Mehrgeschossigen Wohnungsbau von Huber + Sohn
Mehrgeschossigen Wohnungsbau von Huber + Sohn

Hohe Vorfertigung mit Holz im mehrgeschossigen Wohnungsbau

Der Vorteil der Holz-Vorfertigung wird immer mehr erkannt. Verdichtetes Bauen in der Stadt - so lassen sich Lücken mit der Leichtbauweise aus Holz schnell schließen und bezahlbarer Wohnraum schaffen. Die präzise und schnelle Vorfertigung im Werk des Holzbaunternehmens ermöglicht es, wie bei keinem anderen Baustoff, große Bauelemente per LKW und Kran an die Baustelle zu transportieren.

Die massgenauen vorgefertigten Bauteile wie Decken oder Wände werden inklusive Dämmung, Fenster und Installationen vor Ort zusammengefügt. Hier wird nebeneinander und nicht nacheinander gebaut. Die gut ausgebildeten Planer, Ingenieure und Handwerker in Deutschland sind in der Lage, die präzise geplanten Bauten schnell zu realisieren.

Nicht nur in der Herstellung, sondern auch im laufenden Betrieb setzen sich die Holzbauten von ihren Konkurrenten positiv ab und überzeugen mit ihrem ökologischen Abdruck. Urbaner mehrgeschossiger Holzbau für nachhaltigen Wohnraum.

Merkmale Huber & Sohn
Hersteller Huber & Sohn GmbH & Co. KG
Adresse Wasserburger Straße 4, D-83549 Eiselfing
Gibt es seit 1923
Leistungen Fenster für Generationen, Dachaufstockung, Holz-Fassaden-Elemente, Dachelemente, Mehrgeschossiger Holzbau, Schalungsbau, Konstruktionsvollholz